Europa | Gastblogger | Geheimtipp | Kurztrip | Lissabon | Städtereisen | Tipps

Gastbeitrag – Lissabon: Portugals wunderschöne Hauptstadt

27. Juli 2017

Unsere Tage in Lissabon waren geprägt von einem ständigen Auf und Ab. Aber wortwörtlich! Denn wir hatten eine durchgehend wunderschöne Zeit – in der Stadt der sieben Hügel. Steile Gassen, Aufzüge, die dich von einem Viertel in das so viel höher gelegene nächste bringen, Treppen und Standseilbahnen sind die eine Seite von Portugals wunderschöner Hauptstadt. Abwechslung, ein atemberaubender Aussichtspunkt nach dem nächsten, Tuktuk’s, die das anstrengende Bergsteigen für dich übernehmen und kleine Puddingteilchen die andere. Und natürlich noch viel mehr…

Wer erzählt hier überhaupt?

Hi, ich bin Hannah – mit Leidenschaft am Reisen, Kochen, Fotografieren, Laufen und Surfen (darüber schreibe ich auf meinem Blog Spirit of Traveling). Vor zwei Jahren hat mich mein Reisefieber in Europas Südwesten geführt: nach Portugal! Von unserem Aufenthalt in Lissabon, Portugals wunderschöner Hauptstadt berichte ich dir jetzt. Also, wenn du bald einen Trip nach Lissabon planst, habe ich sicher den ein oder anderen wichtigen Tipp für dich. Und wenn nicht – vielleicht können dich meine Bilder und Berichte doch noch dazu überreden!

Blick über den Platz „Rossio“, das Herz Lissabons

Über Lissabon – was diese Stadt besonders macht

Wie schon erwähnt, wird Lissabon die Stadt der sieben Hügel genannt. Ursprünglich auf einem Hügel erbaut (dem Castelo, wo sich noch heute das Castelo São Jorge befindet) hat sich die Stadt bis heute so weit ausgedehnt, dass sie schließlich sieben Hügel zählt. Und das macht die Stadtbesichtigung tatsächlich schon zu einem kleinen Abenteuer!

Wenn einem die Bezwingung von Lissabons Höhenmetern zu Fuß zu anstrengend ist, dann kann man in die berühmte Tram 28 umsteigen und sich für den Preis von einem normalen Fahrschein einmal in der historischen Straßenbahn durch die Stadt fahren lassen. Oder man nimmt einen der Elevadores, der Aufzüge, die einen in das höher gelegene Viertel bringen. Drei davon sind kleine Straßenbahnen, die die steilen Gassen bezwingen, der Elevador da Santa Jutta dagegen ist ein richtiger Aufzug – mitten in der Stadt!

Durch die Hügel ergeben sich immer wieder die unterschiedlichsten Aussichtspunkte mit wunderbarem Blick über die schöne Altstadt mit den typischen roten Dächern und weißen Häusern. Herrlich! Auch wenn die Stadt mitunter ziemlich heruntergekommen ist – ob das nun der eigene Charme dieser Altstadt oder einfach nur baufällig und dreckig ist, da scheiden sich die Geister. Ich fand es teilweise sehr schön, teilweise sehr traurig; wohnen wollen würde ich dort vermutlich nicht.

Schade, wie manche der ehemalig so prunkvollen Häuser einfach dem Verfall überlassen werden.

Und wenn dann alle diese aufregenden Eindrücke verdaut und ein kleines Päuschen eingelegt werden müssen, kommt man wohl um eines nicht herum (sollte man auch nicht!): die Pasteis de Nata, kleine Puddingtörtchen, die man in jedem Café und jeder Bäckerei hier bekommt. Wenn man sie aber beim Torre de Belém kauft, kann man mitunter in einer hunderte Meter langen Schlange stehen – ob es das wert ist oder nicht, auf diese Erfahrung haben wir dann verzichtet! 😀

Sehenswürdigkeiten in Lissabon

Ich bin, zugegeben, kein großer Fan von Sightseeing. Viel lieber schlendere ich den ganzen Tag durch eine schöne Stadt, lasse ihre Atmosphäre auf mich wirken, beobachte die Menschen, probiere lokales Essen und gucke mir an, was ich schön finde. Manche Sachen in Lissabon sind jedoch unumgänglich und es lohnt sich wirklich, sie in den Stadtspaziergang einzubinden.

Die Altstadt – weiße Häuser, rote Dächer, heruntergekommene Fassaden, quirlige Menschenmassen. Die Atmosphäre in Lissabons Altstadt ist wunderbar und es lohnt sich, sich hier einfach eine Weile treiben zu lassen. Vielleicht bis zum Praca de Comercio am Ufer des Tejo, dem großen Fluss, an dem Lissabon liegt, um einen spektakulären Blick auf die Ponte 25 de Abril zu werfen und die majestätische Architektur auf sich wirken zu lassen.

Auch den Praca de D. Pedro IV, das Herz von Lissabons Altstadt solltest du nicht auslassen!

Ebenfalls ein Erlebnis ist eine Fahrt mit dem Aufzug vom einen ins benachbarte Viertel Portugal. Der Elevador de Santa Justa ist eines der Wahrzeichen Lissabons, für 5€ kannst du hier einmal hoch und runter fahren, es gibt aber auch 24h-Tickets.

Das Castelo Sao Jorge ist der Ursprung von Lissabon. Von dort oben hast du einen wunderbaren Blick über die Stadt, während du die alten Gemäuer erkundest. Wenn wir schon bei alten Gemäuern sind, sollte natürlich auch der Torre de Belém nicht unerwähnt bleiben. Dieser wunderschöne, alte Steinturm diente früher dazu, die Schiffe zu begrüßen und zählt heute als Unesco-Welterbe. Er liegt ein gutes Stück vom Stadtzentrum entfernt, wir sind mit so einem Hop-on-Hop-off-Bus dorthin gefahren. Lohnt sich auf jeden Fall anzusehen, ist aber auch (im Sommer) total überlaufen – ist schließlich auch kein Geheimtipp.

Eine Sache noch – etwas weiter weg aber sehr beeindruckend: der park der Nationen, das alte Expo Gelände der Weltausstellung 1998 und wohl das modernste und futuristischste Viertel Lissabons. Das komplette Gegenteil zu der heruntergekommenen, südländischen Altstadt!

Auf dem Gelände befindet sich neben einem gigantischen Einkaufszentrum, über dessen Glasdach ein Wasserfall lädt, einer riesigen Multifunktionshalle, die von außen wie eine (sehr abstrakte) Muschel aussieht und einer Seilbahn entlang des Tejos ein riesiges Aquarium, das Ozeanarium. Liegt auch nahe, wenn man bedenkt, dass das Motto der Weltausstellung damals „Die Meere – ein Erbe für die Zukunft“ war. Wer moderne (abgefahrene) Architektur und Kontraste zum historischen Lissabon sucht, der ist hier auf jeden Fall genau richtig!

Das waren die für mich eindrücklichsten und schönsten Sehenswürdigkeiten. Natürlich gibt es in dieser bombastischen Stadt noch vieles mehr, zahlreiche Kirchen und Basiliken und Museen und Gebäude, aber über diese Orte kannst du wahrscheinlich schon tausendfach im Internet und in Reiseführern viel mehr lesen. 🙂

Durch Lissabon – Busrundtour, historische Straßenbahnfahrt oder turbulente Tuktukfahrt?

Auch wenn ich eben noch vorgeschlagen habe, sich zu Fuß durch Lissabon treiben zu lassen, ist es doch eine große Metropole. Allein zu Fuß wird man vermutlich ewig unterwegs sein – und in der Hitze irgendwann zusammenklappen. Nein, das ist übertrieben, aber wenn man in kürzerer Zeit viel von der Stadt sehen möchte, dann gibt es drei Möglichkeiten, die sich meiner Meinung nach wirklich lohnen: Busrundfahrt, Straßenbahnrundfahrt oder Tuktukfahrt.

Kurzvergleich: Busrundfahrt – informativ & praktisch. Straßenbahn – legendär & günstig. Tuktukfahrt – rasant & individuell. Also wir haben einfach alles gemacht. 😀

Der Hop-on-Hop-off-Bus ist einfach sehr praktisch, weil das Ticket 24h gilt. Der Bus hält natürlich an allen berühmten und wichtigen Orten und Sehenswürdigkeiten der Stadt. So kommt man entweder gut an die Teile der Stadt, die außerhalb des Zentrums liegen, oder man bleibt einfach sitzen und genießt die Stadtrundfahrt – die auf mehreren Sprachen per Audioguide im Bus begleitet wird. Kopfhörer gibt’s übrigens im Bus, praktisch. Das ganze kostet 12€ pro Person, die Busse fahren alle halbe Stunde.

Abgelegen, aber wunderschön! Ohne den Bus währen wir nie an diesen Ort gekommen. So konnten wir ganz bequem vorbeifahren.

Mit der berühmten historischen Straßenbahn Linie 28 fährt man für 2,85€ (Einzelfahrt) durch die Stadt, wobei ihre Route eine große Schleife durch die schönsten Viertel Lissabons macht. Es ist natürlich ein einmaliges Erlebnis mit dem kleinen, originalem, mit Holz ausgebauten Bähnchen für kleines Geld durch die kurvigen, steilen Straßen zu fahren. Jedoch ist es gerade deswegen wohl auch eine solche Touristenattraktion und zu den Hauptzeiten steht man erstmal lange Schlange, bevor man überhaupt hineinkommt, drinnen ist es dafür mega voll. Ist aber sicher zu touristenärmeren Zeiten total zu empfehlen. Ein 24h-Ticket kostet 6€, die Bahn fährt alle 11 Minuten bis 21 Uhr.

Die berühmte Tram vor der berühmten Kathedrale! Und daneben die wartenden Tuktuks…

Die Tuktukfahrt dagegen war das reinste Vergnügen. Spontan haben wir uns dazu entschieden, als wir keine Lust mehr hatten, zu laufen. Also haben wir mit einem jungen Portugiesen ausgemacht, was wir sehen wollten, und er hat uns mit gefühlten 200 km/h aber sicher durch die engen, steilen Straßen von Lissabon gekarrt. Wir konnten anhalten, wann immer und so lange wir wollten. Und während wir auf einem der sieben Hügel den wunderbaren Ausblick fotografierten, gönnte sich unser Fahrer noch einen Caipirinha am Straßenrand… Ob da nun Alkohol drin war, oder nicht, haben wir nie herausgefunden, aber eines wissen wir jetzt: Tuktukfahren ist der Hammer!

Wir haben, glaube ich, um die 80€ gezahlt für 4 Personen, also die teuerste von allen Möglichkeiten. Die Preise variieren aber so zwischen 50-100€, die Touren gehen meist 1-3 Stunden. Verhandeln lohnt sich sicher auch, es ist schließlich nicht Deutschland.

Ich habe es geliebt, weil man erstens viel näher an der Stadt dran war. Es war dank dem persönlichen, portugiesischen Guide, der wirklich jede Gasse und jede Ecke kannte, viel authentischer, es war individueller zu gestalten und hat einfach einen Wahnsinnsspaß gemacht!

An diesen etwas abgelegenen Aussichtspunkt hat uns der Tuktukfahrer gebracht!

 

Essen und Nachtleben in Lissabon

Kommen wir zu einem meiner liebsten Punkte auf Reisen: dem Essen! Es ist so toll, im Ausland zu essen – wie sonst könnte man besser eine Kultur kennenlernen? Man ist schließlich, was man isst, wie man so schön sagt. Glücklicherweise waren wir in Lissabon nicht low-budget unterwegs – und haben es uns ziemlich gut gehen lassen.

Cafés mit vielen, kleinen Köstlichkeiten wie den berühmten Pasteis de Nata sind die eine Seite. Die andere Seite sind unzählige Restaurants mit den leckersten, portugiesischen und internationalen Küchen. Typisch für Portugal gibt es überall unzählige Gerichte mit Fisch, Fleisch und Meeresfrüchten, die Portugiesen essen deftig und große Portionen. Auch Reis und Kartoffeln gibt es viel. Als Vegetarier wird die Auswahl zwar etwas kleiner, aber das Angebot von (Ziegen)Käse, Oliven, Omelettes, Tapas und auch köstlichen Gemüse- und Hülsenfrüchtegerichten macht  das schnell wieder wett! Wein-Liebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Zu Abend gegessen wird in Lissabon, wie überall in den südlicheren Ländern sehr spät, richtig voll wird’s meist erst ab 21-22 Uhr. Der Vorteil daran: Um acht findet man fast überall noch problemlos einen Tisch!

In Lissabon braucht man eigentlich nur eine Straße entlanglaufen und man findet ein Restaurant! Im Internet gibt es sicher auch zahllose Listen mit den besten Restaurants für überall, jedes Budget und so weiter.

Eine Empfehlung möchte ich trotzdem abgeben: das Quermesse Restaurante. Dieses Restaurant haben wir durch Zufall in einer unauffälligen Seitenstraße gefunden – und es hat sich als absoluter Juwel herausgestellt, wir waren sogar zweimal dort. Kleine aber gute vegetarische und sonst tolle, reichhaltige Karte, ganz eigen im Design aber total cool, super freundlicher und offener Service, leckeres Essen. Es war einfach toll. 🙂

Richtig gutes, portugiesisches und größtenteils getanes Essen soll es in Lissabon im Restaurante Terra geben; habe ich aber nur gehört, nicht selbst probiert.

Und danach? Wie viele große Städte schläft auch Lissabon wohl nie. Gut, vielleicht nachmittags, während der Siesta – aber nachts nicht. Quirlige Menschenmassen bevölkern Straßen, Bars und Clubs, sobald es dunkel und damit weniger heiß wird. Was das Nachtleben betrifft, ist das Bairro Alto wohl das berühmteste Viertel. Hier reiht sich eine Bar an die nächste, die Straßen sind geschmückt und insgesamt wirkt alles sehr bunt und hip. Der zweite Hotspot sind die renovierten Lagerhäuser am Yachthafen unterhalb der Brücke Ponte de 25 Abril, in denen sich heute wohl die angesagtesten Clubs, Pubs, Bars und Kneipen der Stadt befinden. Ich hab gehört, um hier (womöglich umsonst, aber überhaupt) hereinzukommen lohnt es sich, stilvoll gekleidet zu sein, so auszusehen, als würde man Geld dalassen wollen und am besten eine Frau dabei zu haben ;-)…

Das Bairro Alto, Lissabons Partyviertel, bei Tag: noch etwas verschlafen, aber trotzdem wunderschön.

 

Lissabon Fazit

Insgesamt lässt sich all das ganz einfach und schnell zusammenfassen: Lissabon ist eine unglaublich schöne und vielseitige Stadt und ein Besuch lohnt sich meiner Meinung nach immer! Mit ihren Hügeln, der alten Straßenbahn und dieser Brücke hat sie mich stark an San Francisco erinnert, die Christus Statue erinnert an Rio de Janeiro und das Expo-Gelände mit seinen futuristischen Gebäuden an Valencia. Aber hier ist alles miteinander vereint, und so ist es letztendlich einfach nur Lissabon. Und auch wenn es manchmal wehtut zu sehen, wie so viele Teile dieser besonderen Stadt einfach dem Verfall überlassen werden – sie ist wunderschön!

Du willst noch mehr Portugal? 

Das kann ich vollkommen verstehen! Wenn dir Lissabon noch nicht genug ist, dann solltest du dich einfach Richtung Süden treiben lassen. Die Algarve, der Süden Portugals und südwestlichste Zipfel Europas ist ein Traum. Hier bekommst du Traumstrände, Natur pur, perfekte Wellen und hervorragendes Essen. Alles über die Algarve und die Highlights sowie besten Tipps um dort abseits der Touristenströme unterwegs zu sein, findest du in meinem Artikel über die Algarve!

Folge mir

Hannah

Hi, ich bin Hannah - mit Leidenschaft am Reisen, Kochen, Fotografieren, Laufen und Surfen (darüber schreibe ich auf meinem Blog Spirit of Traveling).
Folge mir

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: