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Gastbeitrag – Wandern durch das Glen Rosa

15. Juni 2017
Wandern Glen Rosa

Auf der Isle of Arran in Schottland existiert ein Paradies für Wanderfreunde. Der Goat Fell, der höchste Berg der Insel, ist sicherlich das bekannteste Ziel. Möchtest du aber etwas abseits des Trubels die Natur genießen, bietet sich eine Wanderung durch das Glen Rosa an. Was dich dort erwartet, erfährst du jetzt.

 

Glen Rosa
Wir starten unsere Wanderung in Brodick.

 

Der Einstieg ins Glen Rosa – Weite Landschaft und Wildcamping

Um sich ein erstes Bild der anstehenden Wanderung machen zu können ist es hilfreich den Aufbau der Insel Arran zu kennen.

Arran wird häufig auch als Schottland im Miniaturformat bezeichnet. In der Mitte ist die Insel von zerklüfteten Felsen geprägt. Keine Straße führt dorthin. Eine ideale Vorraussetzungen für Natur- und Wanderfreunde. An der Küste um die Hauptstadt Brodick herrscht, begünstigt durch den Golfstrom, ein mildes Klima, welches sogar Palmen wachsen lässt. Ich stand an der Hafenpromenade von Brodick und war mir nicht mehr sicher ob ich in Miami Beach oder in Schottland bin. Arran hat 5000 Einwohner. 1000 davon Leben in der, oben schon erwähnten, Hafenstadt Brodick.

Die beste Möglichkeit relativ schnell auf die Insel zu kommen ist mit der Fähre von Ardrossan (den Fährhafen von Ardrossan erreichst du bequem innerhalb von einer Stunde vom Hauptbahnhof Glasgow). Am besten buchst du im Vorraus über ScotRail deine Karte. Das Kombiticket beeinhaltet die Zugfahrt von Glasgow und die Fähre nach Brodick. Die Kosten belaufen sich auf ca. 25€ für die Hin- und Rückfahrt.

Falls du es noch nicht gewusst hast: In Schottland beginnen Täler mit „Glen (Gleann)“ und viele Berge mit „Ben (Beinn)„. Die Bezeichnungen kommen aus dem Gälischen (das gälische Wort steht in Klammern) und bedeuten Tal und Gipfel bzw. Berg.

 

Karte Glen Rosa
Brodick ist der beste Startpunkt für eine Wanderung durch das Glen Rosa.

 

In Brodick beginnen wir unsere Wanderung. Der erste Teil ist geprägt von einer Landschaft, die zum Träumen einlädt. Neben dem Wanderweg schlängelt sich ein kleiner Bach durch das Tal. Nur selten kamen mir auf meiner Wanderung Leute entgegen. Scheinbar werden die meisten Urlauber eher vom Goatfell angezogen. Somit kann man ganz in Ruhe durch das Tal wandern.

Gleich zu Beginn liegt, etwas versteckt, ein Platz zum Campen. Leider habe ich das bisher noch nicht geschafft. Es steht aber ganz oben auf meiner Liste. Campen in Schottland muss etwas besonderes sein. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als am Morgen aufzuwachen, aus dem Zelt zu krabbeln und einen Blick auf den Goatfell zu werfen.

Wildcampen ist erlaubt, solange man sich mindestens 20 Meter von öffentlichen Straßen fernhält. Falls man auf Privatgelände Zelten möchte, sollte man den Eigentümer um Erlaubnis fragen. Oftmals ist das kein Problem.

 

Wandern im Glen Rosa
Der „Zeltplatz“ im Glen Rosa. Schlafen in der Natur. Was gibt es besseres?

 

Wir wandern in Richtung Horizont

Ein kleines Gatter auf dem Weg verdeutlicht uns, dass wir das Glen Rosa nun endgültig betreten haben. Viele von euch werden sicher schon die ein oder andere Wanderung hinter sich gebracht haben. Wer großzügig ausgewiesene Wanderwege, wie in Deutschland oder Österreich, kennt, der wird in Schottland mit der Orientierung zu kämpfen haben. Hier und da entdeckt man gelegentlich einen Hinweis, dass man auf dem richtigen Weg ist. Ansonsten muss man sich auf seine Orientierung verlassen, oder auf sein GPS Gerät 😉

 

Wandern im Glen Rosa
Am Anfang ist der Weg noch gut erkennbar, das sollte sich im Laufe der Zeit ändern.

 

Links und rechts erhebt sich das Gebirge der Insel, welches sich durch die Mitte der Insel zieht und ein Ausläufer der schottischen Highlands ist. Man fühlt sich immer kleiner, aber auch freier. Das Gefühl lässt sich schwer beschreiben. Meiner Meinung nach ist es pures Glück, dass einen durchströmt, wenn man sich die Zeit nimmt, kurz inne hält und den Augenblick in dieser herrlichen Landschaft genießen kann.

 

Wandern im Glen Rosa
Das Glen Rosa erstreckt sich weit in das Innere der Insel.

 

Unser Weg führte uns weiter durch das Tal. Langsam aber sicher wurde die Landschaft etwas schroffer und man konnte rechterhand den Goatfell erblicken. Über den höchsten Berg der Insel und meine Wanderung dorthin habe ich auch einen Beitrag verfasst. Diesesmal lassen wir den Goatfell aber rechts liegen und widmen uns dem Weg zum Beinn Tarsuinn. Der Name des Berges wurde aus dem Gälischen übernommen und bedeutet soviel wie „Querhügel“, was damit zusammenhängt, dass er als eine Art Trennung zwischen dem Glen Rosa im Osten und dem Glen Iorsa im Westen gilt.
Dabei war der kleinere Gipfel unter dem Beinn Tarsuinn unser Ziel. Der Beinn a’Chliabhain liegt mit einer Höhe von 675 Metern unter dem Gipfel des Beinn Tarsuinn.

 

Wandern Glen Rosa
Die Vegetation wird weniger. Wir nähern uns dem Berg.

 

Wandern Glen Rosa
Pause muss sein 😉

 

Das Wetter schlägt um

Unsere Pause ist wirklich lang ausgefallen. Ich bin der Meinung, man sollte bei so einer Wanderung nicht durch die Landschaft hetzen, nur um sich selbst oder anderen beweisen zu müssen, wie schnell man den Weg hinter sich bringen kann. Genießt lieber die Landschaft, die Ruhe und die Inspiration, die euch das Glen Rosa bietet.

Dass das Wetter in Schottland bekanntlich schnell umschlagen kann, war mir klar. Jetzt hatte es sich innerhalb kürzester Zeit ziemlich zugezogen und von guter Sicht konnte man leider nicht mehr Sprechen. Ein Teil unserer Wandergruppe machte sich auf den Rückweg. Wir liefen noch ein Stück weiter, kamen tatsächlich wieder aus dem Nebel heraus und konnten einen tollen Blick auf die Landschaft werfen.

 

Wandern Glen Rosa
Der Kampf durch den Nebel hat sich gelohnt. Wir hatten eine tolle Sicht.

 

Kurz darauf machten wir uns wieder auf den Rückweg, obwohl wir den Gipfel nicht erreicht hatten. Da es unsere erste Tour in diesem Schottland Urlaub war, wollten wir es langsam angehen lassen. Zurück muss man den gleichen Weg nehmen, auf dem man auch her gekommen ist. Das stört nicht sonderlich, da die Landschaft durch die veränderte Sicht auf dem Rückweg wieder ganz anders gewirkt hat.

 

Wandern Glen Rosa
Das Wasser in Schottland kann man bedenkenlos trinken. Achtet nur darauf, eure Flasche ausschließlich in Fließgewässern aufzufüllen.

 

Fazit zur Wanderung im Glen Rosa

Seid ihr gerade frisch auf der Insel Arran angekommen, bietet sich eine Wanderung im Glen Rosa definitiv an. Falls ihr planen solltet den Goatfell zu besteigen, ist diese Tour auch super geeignet um sich die Gegebenheiten der Insel ersteinmal anzuschauen und die ersten Schritte im Terrain zu wagen.

Denn die Berge in Schottland sollte man nicht unterschätzen. Auch wenn der Goatfell nur 874 Meter hoch ist und dabei im Vergleich zu unseren Bergen in Deutschland oder Österreich recht klein wirkt, darf man nicht vergessen, dass man seine Wanderung fast immer bei 0 Höhenmetern beginnt. Teilweise fingen meine Wanderungen in Österreich in einer höheren Lage an, als der Goatfell hoch ist 😉

Die Wanderung ist nicht sonderlich schwierig. Entsprechende Kleidung gehört natürlich dazu, des weiteren kann es passieren, dass die Wege etwas schlammig werden. Wenn es viel regnet, sammelt sich natürlich alles im Tal. Bei falschem Schuhwerk auch noch zusätzlich in euren Schuhen 😉
Ansonsten kann ich euch nur raten diese Wanderung zu genießen und die Bilder der großartigen Landschaft in euch aufzunehmen.


Ich hoffe euch hat dieser Beitrag über meine Wanderung im Glen Rosa auf der Isle of Arran gefallen. Das hier ist mein erster Gastbeitrag und ich bin sehr froh, dass mir Sophia die Möglichkeit gegeben hat, auf ihrem Blog einen Artikel über Schottland zu schreiben. Vielen Dank nochmal dafür 🙂
Falls ihr gerne mehr Artikel von mir über Reisen, Wandern oder Kochrezepte aus dem Urlaub lesen wollt, würde ich mich freuen, wenn ihr meinem Blog einen Besuch abstattet.

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Tom

Schon früh habe ich durch meine Eltern das Reisen lieben gelernt. Mittlerweile habe ich ein Reisebüro gegründet und schreibe leidenschaftlich gern an meinem Blog. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.
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  1. Ich war noch nie in Schottland und stelle mir das -jetzt auch nach deinen Bildern- echt schön vor…mich schreckt nur etwas das Wetter ab 😀 Aber ich glaube, darüber muss man auch mal hinwegsehen und vielleicht nicht unbedingt den Sommerurlaub da planen, dann wird man schon zufrieden mit der Reisezielwahl sein!
    LG Biene
    http://lettersandbeads.de

    1. Ich hatte zu auch schon eine Woche puren Sonnenschein und habe mir echt schlimmen Sonnebrand geholt. Die Schotten, die das natürlich erst recht nicht gewohnt sind, sahen da natürlich dementsprechend „gerötet“ aus 😀
      Aber im Grunde hast du schon Recht. Wer sich für einen Urlaub in Schottland entscheidet, muss auch immer damit rechnen, dass es schlechtes Wetter geben kann.

      Aber: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!“ 😉

      Falls du mal noch Fragen hast, kannst du mich jederzeit anschreiben.

      Liebe Grüße,

      Tom

  2. Wow, was für eine schöne Landschaft, da bekommt man richtig Lust auf Wandern. Die Landschaft sieht wirklich schön rau aus, erinnert mich ans norwegische Gebirge. In Schottland selbst war ich leider nicht, hoffentlich ist das nächstes Jahr möglich. 😉

    1. Hallo Bettina,
      das hast du Recht. Ich finde auch immer, dass sich Norwegen und Schottland teilweise von der Landschaft ähnlich sind. Ich drücke dir die Daumen, dass du es nächstes Jahr in dieses tolle schaffst.
      Liebe Grüße, Tom

    1. Hallo Sarah,

      vielen lieben Dank für die netten Worte. Das freut mich und so soll es ja auch sein 🙂
      Ich bin zwar am Mittwoch erst aus Schottland wiedergekommen, könnte aber schon wieder losfliegen…

      Liebe Grüße, Tom

  3. Vielen Dank. Die Landschaft ist wirklich wunderchön. Nicht umsonst zieht es mich ja immer wieder auf die Insel. Und wer es richtig schroff will, der fährt weiter nördlich in die Highlands.
    Das Schöne an Schottland sind die vielen verschiedenen Landschaften. Vom sanften Süden, über die Küsten im Osten und Westen und die Highlands im Norden.

    Liebe Grüße, Tom

    PS: Du musst ja auch nicht unbedingt wandern, wenn du nicht magst. Es reicht schon mit dem Auto in den Norden zu fahren. Dort wirst du soviel schöne Landschaften sehen, dass du aus dem Fotografieren warscheinlich gar nicht mehr rauskommst 🙂

  4. Toller Beitrag.
    Die Natur sieht Traumhaft aus vorallem das grüne was dort ist .einfach traumhaft.
    Danke für deine schönen eindrücke.
    Leider bin ich nicht so der wandern fan aber dort in Schottland wurde ich auch mal gegen
    Lg diidy

  5. Wow soetwas möchte ich unbedingt auch mal erleben. Das Grün der Landschaft ist so wahnsinnig intensiv und sieht wunderschön aus! ♥

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

  6. Ein toller Beitrag, die Natur muss wahnsinnig schön aus auf der Wanderung. Schottland reizt mich allgemein auch immer noch als Reiseziel 🙂
    Liebe Grüße, Mona

  7. Ich war damals mal in London und habe mir geschworen die Insel nochmals zu besuchen um auch die Insel komplett kennen zu lernen. Wales und Schottland haben mich schon immer gereizt. Ich liebe diese Naturbelassenheit und würde wohl den ganzen Tag mit wandern verbringen.

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

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