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Mittelalterlicher Kochkurs auf Burg Mildenstein

20. Juli 2017
Mildenburg_Beitragsbild

Burg Mildenstein

Frühere Namen waren auch Schloss Mildenstein oder Burg Leisnig. Die Burg liegt in Leisnig, Sachsen, etwa 50 km von Leipzig entfernt. Sie zählt zu den ältesten Burgen Sachsens und hat somit eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Sie war die fünfte Etappe unserer Reise.

Die Burg ist eine Spornburg und unterscheidet sich dadurch von z.B. einer Gipfelburg oder Hangburg durch ihre besondere geographische Lage. Sie liegt auf einem Bergsporn und somit unterhalb eines Berggipfels, aber steil über einem Tal. Burg Mildenstein liegt oberhalb der Freiberger Mulde.

Burg Mildenstein_Blumen und Fenster

Führung durch die Burg

Angefangen haben wir mit einer Führung durch das Burgareal, danach ging es in die Kapelle und ein paar Ausstellungsräume. Danach durften wir die Burg alleine besichtigen. Doch dazu unten mehr. Wir wurden von keinem geringeren als der Obermagd Anna herumgeführt, welche uns in die Bauweise und Geschichte der Burg eingeführt hat.

Wir durften auch den ganz von Hand gebauten Brunnen begutachten, der vor über 100 Jahren gezielt verschüttet wurde und nun gerade wieder ausgebaut wird. Dieser ist 60 Meter tief, diente als Grundwasserquelle und soll nächstes Jahr wieder für Besichtigungen bereit sein. Bis zur Hälfte ist er im Felsen mauert, oben wird er mit Handstrichziegeln „aufgefüllt“ und soweit es geht authentisch dargestellt.

Mildenburg_Tor

 

Ein Werk für Gott vollbringen

 

Vom Hof aus ging es dann weiter in die Kapelle. Dort haben wir einen tieferen Einblick in die Geschichte und den Einfluss Heinrich des IV. auf die Burg bekommen (Hinweis: Die folgenden Zeilen spielen im 11. Jahrhundert). Bei diesem hat Wiprecht von Groitzsch, ein aus dem Hochadel stammender Dienstmann, seine Ausbildung am Kaiserhof absolviert und daraufhin von Heinrich dem IV. die Burg Leisnig bekommen. Wiprecht war politisch sehr ambinitoniert, hatte auch schon mehere Besitztümer und hat auch gerne und oft Fehden ausgetragen. Doch Heinrich hat ihm die Burg nicht ohne Hintergedanken hinterlassen. Die Burg steht am östlichen Rand des Reiches und Wiprecht sollte für Sicherheit sorgen – denn zu dieser Zeit war das Gebiet sehr umkämpft.

Das erste, was Wiprecht veranlasste, war der Erbau der Kapelle. Doch besonders war das Material, aus dem er die Kapelle errichten ließ. Diese wurde nämlich aus Stein gebaut – besser gesagt aus Bergstein – was zu dieser Zeit sehr teuer war. Die restlichen Gebäude des Burgareals bestanden aus dem damals üblichen Material: Lehm. Dies lässt auf den starken Glauben und die Gottesfürchtigkeit schließen.

Der Grundriss der Kapelle war beinahe quadratisch. Aber wie die Kapelle damals genau aussah, kann man nur noch vermuten. Denn jeder Nachfolger hat sie umgebaut und sich somit selbst verewigt. Man kann noch gut den Einfluss verschiedener Bauepochen sehen – z. B. Spitzbögen und das Kreuzrippengewölbe für die Gotik.

Wofür wird heutzutage die Kapelle benutzt?

Heutzutage ist die Kapelle ein reiner Ausstellungsraum, es finden keine Messen mehr statt. Die Ausstellungsstücke stammen aus der näheren Umgebung z. B. aus Dorfkirchen. Diese sind oftmals dem Vandalismus zum Opfer gefallen, wenn sie nicht mehr genutzt wurden. Der Leisniger Geschichts- und Heimatverein e.V. hat sichergestellt, dass die Stücke gut verwahrt wurden – jahrelang befanden sie sich auf dem Dachboden des Döbringer Rathauses. Doch als 2007 die Ausstellung der Burg eröffnet wurde, kamen die Ausstellungsobjekte in die Kapelle. Zu Zeiten der DDR befand sich übrigens ein Heimatsmuseum in der kleinen Kapelle.

Führung

Mein Higlight der Führung

Ganz besonders gut gefallen hat mir der Kornhausboden im Vorderschloss. Da mussten wir natürlich gleich die Kamera zücken und viele Bilder machen! Dieser wurde  um 1395 erbaut und dient mittlerweile nur noch Veranstaltungsort. Zum Beispiel finden hier viele Spiele für Kinder statt.

 Interaktive Angebote

Burg Mildenstein bietet auch viele interaktive Angebote, wie Verkleiden, Spiele spielen u. v. m. Das Verkleiden hat uns allen besonders viel Spaß gemacht! Es stehen viele Kostüme zur Auswahl – von Jung bis Alt ist für jeden etwas dabei. Besonders kleinen Burgbesuchern dürften die interaktiven Räume gut gefallen, denn hier können sie unter anderem Snacks aus einem Nussspender genießen, sich die Geschichte und kleine Anekdoten von Aufstellern erzählen lassen und letztendlich noch an einem Tablet Personen des Alltags im Mittelalter suchen.

Mittelalterlicher Kochkurs

Doch nun kommen wir zu dem leckeren Teil des Beitrags – dem Mittagessen. Dieses durften wir uns mit der Obermagd Anna selbst zubereiten. Jeder hat da mitgeholfen, wo es etwas zu erledigen gab. Die einen haben Gemüse geschnitten, die anderen das Brot. Zu Essen gab es nämlich Hirsebrei mit Gemüse, dazu Joghurt/Kräuterquark und Brot. Es war auf jeden Fall sehr lecker! Die Schüssel, die ihr unten auf dem Bild sehen könnt, war unser Trink- und Essensgefäß – gemacht aus Ton.

Es war wirklich interessant zu hören, was die Hauptspeisen im Mittelalter waren und wo die Unterschiede zwischen der Esskultur der reichen und der armen Bevölkerung lagen. Getreidebrei z. B. war fast das ganze Mittelalter hindurch für alle Schichten ein Grundnahrungsmittel.

Kochtopf_über_offenen_Feuer

Feuer_Pfanne

Küche

Küchenutensilien

Körbe mit Gemüse

Joghurt_in_Schüssel

Weitere Impressionen

Hier kommen nun noch ein paar Impressionen, die ich auf dem Weg zur Burg und in der Burg gesammelt habe.

Blick auf Kirche

Balkon_mit_Blumen

Blumengesteck

Büste

Eselsfigur

 

Mit freundlicher Unterstützung vom Schlösserland Sachsen. Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und die tolle Bloggerreise! Außerdem will ich mich für die tolle Reisebegleitung bedanken – es waren wirklich zwei wunderschöne Tage!

Danke an Couchabenteurer, Jäger und Sammler Blog, 1 Thing to Do und TravelWorldOnline Traveller. Ein großes Danke nochmals an Marlene und Linda für die Bilder von mir!

 

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Ich heiße Sophia, bin Hobbyfotografin, wandervernarrt und in das Reisen verliebt.
Auf diesem Blog zeige ich euch, wie ich die Welt (durch meine Linse) sehe.

Ich berichte über Städtereisen, Kurztrips und Outdoor Erlebnisse - von Wandern bis zu Fallschirmspringen. Ein Blog für Tatendurstige, Kulturinteressierte und Abenteurer.
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  1. Oh, wie schön, Sophia! Ich kenne die Burg unter dem Namen Leisnig. Das ist die Geburtsstadt meines Großvaters mütterlicherseits , der 1892 dort geboren wurde.
    Sachsen ist sehr schön und verdient es, entdeckt zu werden!

    Liebe Grüße
    Christoph

    1. Hallo Christoph,

      danke für deinen Kommentar: Toll, dass du die Burg und die Stadt kennst!
      Oh ja finde ich allerdings auch – Sachsen hat sehr viel zu bieten 🙂

      Viele Grüße
      Sophia

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