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Ein Märchen erleben auf Schloss Moritzburg

26. Juli 2017
Moritzburg_Beitragsbild

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Schloss Moritzburg liegt in der Gemeinde Moritzburg bei Dresden. Das ehemalige Jagdhaus wurde im 18. Jahrhundert zu einem Jagdschloss umfunktioniert und verdankt sein heutiges Aussehen August dem Starken. Doch auch schon das damalige Jagdhaus bestand aus den unverkennbaren vier dicken Rundtürmen, welche durch eine Wehrmauer verbunden waren. Da Ende des 17. Jahrhunderts August der Starke zum katholischen Glauben übertrat und König von Polen wurde, brauchte er ein katholisches Gotteshaus. Schloss Moritzburg erhielt die Ehre und kurz darauf die katholische Weihe. Noch heutzutage finden Gottesdienste in der Kapelle statt. Anfang des 18. Jahrhunderts kam es dann zu einem Umbau. Das Schloss wurde verändert, es wurden neue Teiche und Tiergehege angelegt. Mit dem Tod Augusts des Starken endete der Umbau. In den darauf folgenden Jahrhunderten kamen noch das Fasanenschlösschen, das Marcolinihaus, der Venusbrunnen, der Hafen, der Moritzburger Leuchtturm und letztendlich das Museum für Barock hinzu. Auch die Schlosskapelle wurde im 20. Jahrhundert restauriert.

Die kulinarische Seite des Barocks

Bei der Führung durch das Schloss und die Räume haben wir viel über die Kulinarik des Barocks kennengelernt – von den gängigen Küchenutensilien bis hin zum Speiseplan des Adels. Vor allem die immensen Mengen, die von den hohen Herren und Damen am Hof tagtäglich verspeist wurden, lassen einen doch schon sehr verdutzen. Eins habe ich auf jeden Fall gelernt: Der Schein trügt! Die barocken Speisen und Getränke mögen vielleicht köstlich erscheinen, waren es aber nach den heutigen Standard bzw. Empfinden gewiss nicht. Gesund sowieso nicht.

Schild_Zitat

Führung durch die Räume

Neben dem Speisesaal, der als nächster Punkt kommt, gibt es noch zwei weitere Räume – den Steinsaal und den Monströsensaal – in denen Sammlungen von Geweihen aufbewahrt werden. Im Monströsensaal befinden sich 39 krankhaft veränderte Geweihe. Ich fand die Säle geschichtlich sehr interessant, aber gleichzeitig auch super gruselig. Die Ausstellung solcher Trophäen fand ich schon immer sehr, naja wie drücke ich es nett aus… geschmacklos? Aber unter dem Aspekt, dass die Trophäensammlungen damals einfach zu der Zeit gehört haben, kann ich mir das auch in Ruhe anschauen. Und die Aufmachung der Säle ist wirklich beeindruckend. Im Monströsensaal ergänzen die Geweihe die Ledertapeten, während sie Speisesaal und im Steinsaal vollkommen im Mittelpunkt stehen. Hingegen zum Speiseaal befinden sich im Steinsaal Ren- und Elchgeweihe. Hier ist das Geweih eines Riesenhirsches besonders – dieses weist ein Alter von über 10.000 Jahren auf, stammt wahrscheinlich von Krim und war ein Geschenk des Zaren Peter der Große an August den Starken.

Ein weiterer sehr bekannter und wirklich beeindruckender Raum ist das Federzimmer. Dieses ist seit 2003 nach einer Restaurierung wieder zu besichtigen. Anfang des 18. Jahrhunderts erwarb August der Starke ein Prachtbett für das Japanische Palais. Erst 1830 kam das Bett nach Schloss Moritzburg. Die Vorhänge und der Himmel bestehen aus ungefähr 1 Millionen Federn von Pfau, Ente, Fasan und Perlhuhn. Nach dem Erwerb wurden die Vorhänge abgetrennt und dienten als Wandbehang.

Der Speisesaal des Schlosses

Da ich von vornherein ein paar Kritiken in den sozialen Netzwerken zu dem ersten Bild des Speisesaals bekommen habe, schreibe ich es jetzt nochmal: Ich bin weder Unterstützerin von Jagen zum Vergnügen, noch von Trophäensammlungen. Aber der Speisesaal gehört einfach zur Geschichte des Jagdschlosses hinzu und deshalb werde ich ihn nicht auslassen!

Schloss Moritzburg was a hunting lodge. I just wanted to show you the picture, because it belongs to the history of the castle. I am not a fan of hunting or of trophies! ————————————————————————————— Der Speisesaal von Schloss Moritzburg. Der imposanteste Teil der Trophäensammlung (von Rothirschgeweihen) ist im Speisesaal angebracht. Unter ihnen befindet sich mit 19,8 Kilo und 2 Meter Breite das bis jetzt schwerste Rothirschgeweih der Welt! Und eine kleine Anmerkung : Ich bin kein Unterstützer von Jagd, aber der Raum gehört nun einfach mal zu diesem Schloss dazu und deshalb werde ich ihn nicht auslassen. 🏳️Ich bin auch hier zu finden: 💻 Blog: www.sophias-welt.de 📝 Mein neuester Blogbeitrag: http://sophias-welt.de/mittelalterlicher-kochkurs-auf-burg-mildenstein/

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Im Speisesaal sind 71 Rothirschtrophäen aufgehängt – darunter befindet sich auch mit 19,8 Kilo das bisher schwerste Rothirschgeweih der Welt. Die Trophäen weisen ein Alter von 270 bis 400 Jahre auf und stammen meist aus dem sächsischen Gebiet. Das Tischgedeck wurde nach dem bestehenden Wissen orignialgetreu aufgebaut.

Rundgang um das Schloss

Vor der Führung durch das Schloss haben wir selbst einen kleinen Rundgang um das Schloss und über die Terrassenanlage gemacht. Hier fallen vor allem die Statuen auf. Wie ihr auf dem Bild erkennen könnt, sind die Balustraden der Terrasse mit Jäger- & Kinderfiguren geschmückt.

Moritzburg_Blume

Interessanterweise kann man die fünf kleinen Teichhäuser als Ferienwohnung mieten. (Dieses Jahr vom 1. Mai bis 9. Oktober 2017 ). Vier davon sind kleine Ferienwohnungen, eine davon ist eine größere. Die vier Häuser sind direkt am Wasser gebaut und bieten 35 m² Wohnfläche für 1-2 Personen, einen Schlaf- und Wohnbereich, eine Küchenzeile und ein Bad mit Dusche/WC. Das größere Haus verfügt über eine zusätzliche Etage. Was mich an diesem Haus besonders reizen würde ist der Kamin und die offene Küche – das stelle ich mir richtig gemütlich vor. Und die Umgebung ist natürlich einzigartig!

Drei Haselnüsse für Aschenbrödl

Der Hauptgrund, wieso ich mich so auf Schloss Moritzburg gefreut habe, war der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödl“. Dieses Märchen zählt zu meinen Lieblings (Weihnachts-)filmen und das Schloss war teilweise Kulisse für eben diesen. Der Dreh hier dauerte ungefähr die zwei Wochen. Die Rampe an der Gartenseite und der Haupteingang wurden für Filmszenen verwendet.

Was ihr auf dem ersten Bilder sehen könnt, ist die berühmte Treppe, an der Aschenbrödel im Film ihren Schuh verliert. Sie befindet sich an der Ostseite zum Garten. Dort kann man den Schuh anprobieren und dabei auch natürlich Bilder machen 🙂

Moritzburg_Schuh

 

Mit freundlicher Unterstützung vom Schlösserland Sachsen. Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und die tolle Bloggerreise! Außerdem will ich mich für die tolle Reisebegleitung bedanken – es waren wirklich zwei wunderschöne Tage!

Danke an Couchabenteurer, Jäger und Sammler Blog, 1 Thing to Do und TravelWorldOnline Traveller.

 

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Ich heiße Sophia, bin Hobbyfotografin, wandervernarrt und in das Reisen verliebt.
Auf diesem Blog zeige ich euch, wie ich die Welt (durch meine Linse) sehe.

Ich berichte über Städtereisen, Kurztrips und Outdoor Erlebnisse - von Wandern bis zu Fallschirmspringen. Ein Blog für Tatendurstige, Kulturinteressierte und Abenteurer.
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  1. Ein wirklich schöner Bericht und du hast recht zu einem Jagdschloss gehört der Speisesaal mit dieser Form der Dekoration dazu, auch wenn man es selbst anders denkt. Den goldenen Schuh auf der Treppe finde ich toll, ich wusste gar nicht, dass hier Teile des Films gedreht wurden 🙂
    Liebe Grüße, Mona

  2. Ich war leider noch nicht dort, aber mein Ex aus dem Erzgebirge hat immer von diesem Schloss geschwärmt. Und wollte mich da auch heiraten. Ich denke, ich möchte dort auf jeden Fall auch noch mal in den Urlaub. danke für den schönen Bericht.

    Liebe Grüße
    Bettina von aufgerouget.de

  3. Hallo Sophia,

    ich hab’s endlich geschafft deinen Artikel zu lesen :D. Bin immer noch begeistert von deinen Fotos, ganz besonders von dem Speisesaal mit den Geweihen. Und gut geschrieben natürlich auch, aber da habe ich von dir nichts anderes erwartet. :*

    LG Iris

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