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Auf dem Ilmtal-Radweg in Thüringen unterwegs

von Sophia
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//Bezahlte Werbung im Auftrag des Weimarer Land Tourismus e.V.

Der Ilmtal-Radweg ist relativ kurz, hat aber dennoch sehr viel zu bieten! Das wusste ich schon vor meiner Reise, doch ob sich das bewahrheiten würde, sollte ich erst währenddessen herausfinden! Der Radweg ist einer der beliebtesten Radwege in Thüringen und wurde 2011 von dem ADFC mit vier Sternen als Qualitätsweg ausgezeichnet. Er startet in Allzunah, gegenüber des ehenaligen Cafés Spindler und endet nach 123 Kilometern in Großheringen beim Abzweig Kaatschen. Vorbei an Kunst, Kultur, Stadt, Städtchen und Natur führt uns der Radweg an der Ilm entlang. Komm mit mir mit auf eine kleine Radtour!

Der Namensgeber des Radweges

Der Name des Radwegs ist relativ selbsterklärend: Ein Weg an der Ilm. Doch was ist die Ilm überhaupt für ein Fluss?
Sie ist ein linker Nebenfluss der Saale und stammt aus mehreren Quellen des Thüringer Waldes. Eine Charaktereigenschafte kann man der Ilm auf jeden Fall zusprechen:  Sie ist friedlich. Ganz sanft fließt sie entlang und ist somit ein toller Begleiter auf deiner Radtour.

Meine Route

Den ganzen Ilmtal-Radweg bin ich nicht gefahren; in diesem Beitrag soll es um die Strecke „Ilmenau-Oßmannstedt“ gehen. Die Strecke beinhaltet die komplette zweite und dritte Etappe ebenso wie den Anfang der vierten Etappe des Ilmtal-Radweges. Angekommen bin ich mit dem Zug in Ilmenau und nach einer kurzen Stadtbesichtigung ging es dann auch schon los.

Unterwegs auf dem Ilmtal-Radweg in Thüringen

Copyright: Petra Herrmann von www.oberstrifftsahne.com

 

Der Startpunkt: Ilmenau himmelblau

Wenn du hier auch wie ich deine Tour beginnen willst, musst du nur dich beim Bahnhof links halten, dann entdeckst du schon das Schild. Ilmenau ist eine Stadt, die du auf deiner Radtour definitiv nicht auslassen solltest, denn sie – wie der Radweg – „trotz“ der Größe viel zu bieten. Wie du vielleicht schon weißt, ist Ilmenau eine Stadt, die ihre Bekanntheit auch durch Goethe erhalten hat. Doch nicht nur Goethe hat diese Stadt geprägt, sondern auch die Technik. Heute prägt die technische Universität, welche die einzige ihrer Art in ganz Thüringen ist, die Stadt nachhaltig.
Doch was ist Goethes Bezug zu Ilmenau? Klären wir vorab diese Frage, um dann zu den Sehenswürdigkeiten von Ilmenau zu kommen.

Ilmenau auf dem Ilmtal-Radweg in Thüringen

 

Goethes Bezug zu Ilmenau

Doch was ist überhaupt der Anlass, dass Goethe nach Ilmenau kommt? Sein erster Besuch war im Jahr 1776 ; doch dies sollte noch lange nicht seine letzte Reise nach Ilmenau gewesen sein. Er kam mit dem weimarischen Auftrag nach Ilmenau, das Steuer- und Finanzwesen zu überprüfen. Doch dies war letztendlich nicht sein einziges Tun für Ilmenau. Später bekam er von Herzog Carl August die Aufgabe die seit Jahrzehnten stillgelegten Bergwerke wiederzubeleben. Diese Aufgabe wurde zu einer richtigen Herausforderung für Goethe, nicht zuletzt durch den Wassereinbruch im Jahr 1796. Doch konnte er während seiner Zeit der Stadt und den Bürgern noch anders helfen: Er schaffte es die korrumpierte Stadtverwaltung aufzudecken und ein Urteil zu erwirken; und war an einem für Ilmenau wichtigem wirtschaftlichen Zweig mitbeteiligt – dem Aufbau der Glas- und Porzellanindustrie. Nicht zuletzt durch die Lage der Stadt und die Schönheit des Thüringer Landes kam Goethe 28 Mal zurück nach Ilmenau und verbrachte dort auch seinen 82. Geburtstag, der schlussendlich sein letzter sein sollte.

Ilmenau auf dem Ilmtal-Radweg in Thüringen

Goethe in und rund Ilmenau heutzutage

Dass die Stadt von Goethe sehr geprägt wurde, fällt die bei einem Stadtspaziergang ganz leicht auf – die Touristeninformation befindet sich in dem Goethehaus, in welchem Goethe gewohnt hat; Schilder an Häusern und Tafeln erzählen auch Geschichten und verraten Informationen wie z. B. wo Goethe seinen letzten Geburtstag gefeiert hat.
Falls du dich für Goethe interessierst, kann ich dir das Goethe- & Stadtmuseum nur wärmstens empfehlen! Hier findest du die Geschichte von Goethe, seinen Bezug zu Ilmenau und mehr Informationen. Außerdem wird hier auch die Stadtgeschichte sehr anschaulich dargestellt. Zwei Highlights des Museums waren für mich der Ort; denn die Fußböden sind noch original aus Goethes Zeit… Somit treten wir wortwörtlich wir in seinen Fußstapfen!
Und es hängen drei Zeichnungen von Goethe an der Wand, eine davon zeigt die Landschaft vom Kickelhahn aus. An der anderen Wand hängt dann ein Fernseher mit einer Live-Webcam, sodass du deinen Blick auf die Landschaft jederzeit mit Goethes Werk vergleichen kannst – vielleicht seht ihr ja das gleiche?

Natürlich hat Goethe auch etwas in der Umgebung von Ilmenau hinterlassen! Wie gerade erwähnt zum Beispiel das gezeichnete Bild vom Kickelhahn aus. Der Kickelhahn ist der Hausberg von Ilmenau und 861 Meter hoch (Ilmenau liegt auf etwa 500 Metern). Auf den Kickelhahn gelangst du auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Und wenn wir schon gerade dabei sind: Kennst du das weltbekannte „Wandrers Nachtlied„? Wenn nicht, habe ich es hier für dich:

„Über allen Gipfeln
Ist Ruh‘,
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.“

– Johann Wolfgang von Goethe

Diese Worte schrieb Goethe im September 1780 an die Wand einer Jagdhütte, heute besser bekannt als Goethehäuschen (falls du es dort nicht hinschaffen solltest, findest du eine Miniaturvariante vor dem Hauptbahnhof in Ilmenau).  Das Häuschen ist einer der Orte, die Goethe für seine Kunst inspiriert haben. Daher gibt es einen Goethewanderweg, der auf 20 Kilometern alle diese Plätze miteinander verbindet. Auf dem Kickelhahn wurde 1854 auf Geheiß von der russischen Zarentochter Maria Pawlona ein 24 Meter hoher Aussichtsturm errichtet, den du als Besucher/in auch besteigen kannst. Bei gutem Wetter kannst du sogar bis zum Brocken im Harz sehen! Und er ist übrigens auch der älteste erhaltene Turm im ganzen Thüringer Wald!

 

Sehenswürdigkeiten in Ilmenau

Die schönsten Plätze und Sehenswürdigkeiten, die ich auf meiner kurzen Runde durch Ilmenau entdecken konnten, waren neben dem Goethehaus auch die Stadtkirche St. Jakobus, die Wettersäule, der Liquid-Chronometer, die Wappensteine, der Sächsische Hof und zu guter Letzt der Ziegenbrunnen.
Ziegen werden dir auf dem Weg durch Ilmenau ständig begegnen, denn sie sind das „Stadttier“. Im Wappen, Boden und an weiteren Orten sind die Ziegen eingebaut. Doch warum überhaupt?
Der Ursprung liegt in einem Kindereim, der so geht:

In Ilmenau, da ist der Himmel blau, da tanzt der Ziegen Bock mit seiner Frau.

Ilmenau auf dem Ilmtal-Radweg in Thüringen

Und vielleicht ist dir noch etwas aufgefallen. Das himmelblau im Slogan von Ilmenau stammt auch aus diesem Kinderlied! Nur wenige Meter weiter kommst du an dem Sächsischen Hof und Ensemble an der Stadtapotheke vorbei, in dem zu Goethes Zeiten die bekannte Corona Schröter gelebt hat. Diese bemerkenswerte Frau war damals die erste Iphigenie Darstellerin und war eng mit Goethe verbunden.  Auch Charlotte von Stein machte hier auf Wunsch von Goete hin einen Sommer lang Urlaub.

 

Mein Start des Ilmtal-Radweges

Die ersten Kilometer hat mich eine Mitarbeiterin des Landratsamtes Ilm-Kreis begleitet, um mir den Einstieg in den Radweg zu erleichtern und ein paar Wegpunkte zu zeigen.
Kurz nachdem wir Ilmenau verlassen, biegen wir auf den Ilm-Rennsteig-Radweg ab, da dieser eine kurze Strecke identisch mit dem Ilmtal-Radweg ist. Doch bevor wir zu dem ersten Halt auf der Strecke kommen, führt uns ein kleiner Weg bei Grenzhammer zu dem Gasthof Ulmenrast. Hier stand bis zu einem Unwetter 2005 Ilmenaus bekannteste und eventuell sogar Europas älteste Ulme. Bei dem Unwetter fiel sie leider und hinterließ nur einen kleinen Rest ihres Stammes.
Ihr Stamm umfasste sieben Meter und die Höhe betrug 33 Meter(!).

 

Ilemenau → Langewiesen und Stadtilm

Nach einer kurzen Strecke kommen wir Langewiesen immer näher. Hier wurde mir die Kulturfabrik und das Café empfohlen, doch leider hatte beides geschlossen, als ich dort ankam. Nichtsdestotrotz waren die Kunstwerke drumherum sehr schön! Weiter geht’s nach Langewiesen, hier habe ich im Park erst einmal in der warmen Sonne gefrühstückt und mich gestärkt, bevor es dann alleine auf die knapp 37 Kilometer nach Bad Berka ging.
Nachdem ich Langewiesen verlassen habe, und nun erst einmal die Städte hinter mir hatte, war mir gleich wohler zu Mute. Eines habe ich auf dieser Reise definitiv wieder gemerkt – ich fahre viel lieber in der Natur als in Städten! Auf Bundesstraßen und in Städten neben Autos zu fahren stellt für mich oft einen ziemlichen Stressfaktor da 😀

[Ab hier verwende ich das wir zur Vereinfachung]
Nach einer schönen Strecke an Wiesen und Ilm Ufer entlang, kommen wir dann zu der Saline und dem Salinebohrturm Oberilm in Cottendorf. Hier wurde bis 1999 aus 500/600Meter Tiefe Sole nach Oberilm gepumpt.
Nachdem wir noch eine schöne Strecke durch Cottendorf auf einem asphaltierten Weg fahren, kommen wir nach Stadtilm, einer wirklich schönen Stadt, die sich aber wegen des Verkehrs sehr unangenehm zum Fahrrad fahren herausgestellt hat. Doch schnell sind wir wieder aus der Stadt raus! Falls du hier eine kurze Pause machen willst, empfehle ich dir das Rathaus mit Krypta und die beeindruckende Stadtkirche St. Marien anzuschauen! Diese ist auch von der Straße aus nicht zu übersehen, und du gelangst von dort aus auch schnell wieder auf den Radweg. Zwei weitere Besonderheiten, die Stadtilm zu bieten hat, sind einerseits Thüringens größter Marktplatz mit 10.635 und das Eisenbahnviadukt. Tipp: Hier kannst du nach der Kurve schnell anhalten und Bilder machen, um einen tollen Blick darauf zu bekommen!

To See & To Do auf dieser Strecke:

 

Stadtilm → Kleinhettstedt

Von Stadtilm geht es wieder direkt in die Natur und auf eine fünf Kilometer lange und sehr entspannten Fahrradstrecke, die ich sehr genossen habe! Hier bietet sich vor Kleinhettstedt auf einer Höhe links auch ein wunderbarer Ausblick auf das Ilmtal. Durch die Felder gelangen wir dann nach Kleinhettstedt und zu meinem persönlichen Favorit des Ilmtal-Radwegs – der Kunst- & Senfmühle.

Die Kunst-& Senfmühle kannst du fast gar nicht verpassen; diese liegt direkt beim Radweg und ist definitiv einen Besuch wert! Hier kannst du nicht nur in dem Hofladen Senf kaufen und etwa 20 verschiedene Senfsorten probieren; sondern auch die traditionelle Senfherstellung besichtigen! Die dafür verwendete Senfsaat stammt aus Thüringen und wird in der Mühle vermahlen. Die Senfmühle liefert ihre Produkte übrigens nicht nur deutschlandweit, sondern auch international in die USA, Österreich und Schweiz aus!

Seit nun 9 Generationen wird die Mühle von der Familie bewirtschaftet und ist auch sehr beliebt als Ausflugsziel. Das Fachwerksgebäude, welches einem sofort ins Auge fällt, beherbergte ursprünglich eine Getreidemühle! Erst 1999 wurde der erste Senf hier produziert.

Kleinhettstedt auf dem Ilmtal-Radweg in Thüringen

 

Gaststätte Zum Mühlenwirt

Da es mir so gut gefallen hat, habe ich hier auch meine Mittagspause gemacht und bin in die Gaststätte Zum Mühlenwirt eingekehrt. Diese hat immer Dienstag-Sonntags ab 11:30 geöffnet, die Küche nur bis 20:00 Uhr (Sonntag 19:00 Uhr). Das Ambiente und dieser Raum sind wirklich wunderbar; die Säulen geben der Gaststätte einen ganz besonderen Flair! Ich habe einen großen veganen Salat gegessen und war gut gesättigt danach.

 

Kleinhettstedt → Bad Berka

Gesättigt und motiviert geht es weiter nach Bad Berka. Kurz nachdem wir die Mühle verlassen, kommt erst einmal eine Steigung, die mir kurz etwas zu Schaffen gemacht hat, da ich damit überhaupt nicht gerechnet habe 😀

Dann geht es weiter aus dem Dorf hinaus und an Wiesen vorbei bis hin nach Dienstedt – eins der ältesten Dörfer in Thüringen.Die nächste Sehenswürdigkeit folgt dann zugleich, denn wir gelangen an eine Ausschilderung, die uns auf die Karsthöhle verweist. Die Karsthöhle ist ein Labyrinth im Karstgestein und wurde 1994 als Schauhöhle eröffnet. Doch noch weitere tolle Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten erwarten uns hier auf dieser Strecke! Nachdem wir die Karsthöhle verlassen erreichen wir nach kurzer Zeit Kranichfeld und können schon von Weitem das Oberschloss erkennen. Der Weg führt dann über Tannroda weiter nach Bad Berka. Hier habe ich eine Nacht verbracht und mir die Stadt in Ruhe angeschaut. Bad Berka zählt zu den bekannteren Orten am Ilmtal-Radweg; nicht zuletzt durch seine 200-jährige Tradition als Badeort. Dementsprechend findest du hier auch viele kleine Orte, an denen du dich erfrischen kannst, wie den Goethebrunnen im Kurpark und die Kneippanlage. Die Kurstadt trägt außerdem das Zertifikat „Ort mit Heilquellenkurbetrieb„. Goethe weilte zu seiner Zeit auch mehrmals hier in Bad Berka als Besucher und Badegast.

To See & To Do auf dieser Strecke:

 

Bad Berka → Nach Weimar

Nach einer sehr erholsamen Nacht im velo inn geht es dann 12 Kilometer an der Ilm entlang nach Weimar- die berühmteste Kulturstadt in Thüringen. Auf dem Weg nach Weimar kommen wir einem beliebten Fotomotiv – der Mühle in Buchfart und an Deutschlands ältestem Bienenmuseum dieser Art vorbei. Kurz nach dem Bienenmuseum beginnt dann auch schon der Weimarer Park/ Park an der Ilm. Dieser 58 ha große Landschaftspark begleitet euch bis in die Weimarer Innenstadt und wurde früher auch Goethepark genannt. Der Park ist ein weiterer wichtiger Punkt in Goethes Leben, da Herzog Carl August ihm hier ein Haus mit Garten, heute bekannt als Goethes Gartenhaus, geschenkt hat. Hier zog sich Goethe zurück, wenn er Entspannung und Ruhe gebraucht hat. Übrigens gehört der Park seit 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe!

To See & To Do auf dieser Strecke:

  • Buchfarter Mühle
  • Wassermühle Oettern
  • Bienenmuseum (das Älteste seiner Art in ganz Deutschland!)
  • Goethe-Gartenhaus

Statuen in Weimar

 

Falls du noch nie in Weimar warst, solltest du dir für die Besichtigung der Stadt unbedingt ein bisschen Zeit nehmen! Hier gibt es weit mehr zu sehen, als „nur“ das Goethe Gartenhaus. Von diesem aus empfehle ich dir einen Stadtrundgang mit Stopps an der Anna Amalia Bibliothek, Goethes Wohnhaus, dem Stadtschloss, dem Schillerhaus und dem Deutschen Nationaltheater. Diese Sehenswürdigkeiten liegen alle in der Altstadt von Weimar, sodass du für einen Stadtrundgang nicht den ganzen Tag brauchen wirst. Alternativ kannst du auch noch das Nietzsche-Archiv, den historischen Friedhof, das Museum für Ur- und Frühgeschichte, das Liszt-Haus und das Bauhaus-Museum besichtigen – Weimar bietet viele Sehenswürdigkeiten und Museen! Wenn du in Ruhe die Stadt anschauen willst, plane doch eine Nacht hier ein und nehme dir einen ganzen Tag Zeit – du wirst nicht enttäuscht! 🙂

Anna Amalia Bibliothek in Weimar

In der Anna Amalia Bibliothek

 

Auf Goethes Spuren in Weimar

Goethe kannst du in Weimar überhaupt nicht verpassen! Hier kannst du wie in Ilmenau sehr gut auf Goethes Pfaden wandeln und mehr über sein Leben und seine Bekannten/Freunde erfahren.

In Weimar sind bekannte Schriftsteller gestorben – Schiller, Nietzsche und auch Goethe. Goethe in seinem Wohnhaus, welches man heutzutage auch besichtigen kann. Da Goethe aus Weimar nicht mehr wegzudenken ist, solltest du dir auch das Wohnhaus anschauen. Hier verbrachte Goethe die meiste Zeit seines Lebens und starb am 22.03.1832 in seinem Sessel.  Die Zimmer sind sehr schlicht eingerichtet; genau nach Goethes Geschmack; denn Bequemlichkeit ging für ihn nicht einher mit Arbeit.

Zimmer im Goethehaus in Weimar

 

Goethes Zeit in Weimar begann 1775, nachdem er von Herzog Carl August eingeladen wurde. Das nächste Jahrzehnt arbeitete er in den verschiedensten Regierungsämtern, vom Leiter der Finanzverwaltung bis hin zum Leiter der Kriegskommission war Goethe in viele Angelegenheiten eingespannt. Nach seiner Italienreise (1786-1788) kam er zurück,. übernahm die Leitung des Hoftheaters bis 1817 und heiratete 1806 dann Christiane Vulpius, eine einfache Frau und Arbeiterin.

Weimar wurde mit Wieland, Goethe, Herder und Schiller zu einem einzigartigen Ort und auch zum geistigen Zentrum in Deutschland.
Schreibtisch im Goethehaus

 

Weimar → Oßmannstedt

Die Tour setzen wir an der Sternbrücke fort, wir müssen nun nur noch etwa 10 Kilometer nach Oßmannstedt fahren, wo dann die Tour endet. Durch eine schöne Auenlandschaft führt uns der Weg vorbei an der letzten betriebenen Getreidemühle an der Ilm und einer Peternell-Orgel nach Oßmannstedt.

Am Ende hat mich dann das Wielandgut in Oßmannstedt erwartet und meine Erwartungen wirklich übertroffen. Dort angekommen, habe ich mich erst einmal in dem Park umgesehen und wie du weiter unten auch sehen kannst, mich zum Fotografieren inspirieren lassen.

Wielandgut, Oßmannstedt auf dem Ilmtal-Radweg in Thüringen

Nymphenbrunnen im Wielandgut Oßmannstedt

Dann kam plötzlich die Sonne hinter den Wolken hervor und strahlte mir ins Gesicht, während die Bienen freudig um die Blumen herumschwirrten und meine Lust zum Fotografieren wurde geweckt. Und so habe ich hier die meisten Bilder der ganzen Tour gemacht und das ganze Gut mit meiner Kamera erkundet. Doch nicht nur das; auch habe ich mich auf eine Bank gesetzt, die Sonne genossen und mich dort ein bisschen in meinem Buch verloren. Und wie heißt es so schön?

Je tiefer die Stille, desto höher die Inspiration.

Wieland kam hier im Jahre 1797 das erste Mal auf das Gut. Damals war Christoph Martin Wieland der Prinzenerzieher am Hofe von Anna Amalia. Er kaufte das Anwesen und lebte hier sechs Jahre lang als „poetischer Landjunker„. Besucht wurde er unter anderem von Herder, Anna Amalia, Sophie Brentano, Heinrich von Kleist und auch Goethe. Heutzutage kannst du den Nymphenbrunnen besichtigen, sowie die Grabstätte Wielands, der hier mit seiner Frau Anna Dorothea und  Sophie Brentano bestattet wurde. Wielands Grabinschrift beschreibt seine Verbindung noch einmal liebevoll:

Liebe und Freundschaft umschlangen die verwandten Seelen im Leben. Und ihr Sterbliches deckt dieser gemeinsamer Stein.

 

To See & To Do auf dieser Strecke:

 

Inspirieren lassen auf dem Wielandgut auf dem Ilmtal-Radweg in ThüringenLesen auf dem Wielandgut

 

Mein Fazit

Da das Wielandgut das Ende meiner Radtour bedeutet, fasse ich nun einmal meine Erfahrungen und Gefühle in einem Fazit zusammen. Wie ich zu Beginns schon erwähnt habe, wusste ich über den Radweg noch nicht viel, sondern wollte mich vor allem überraschen lassen. Gewusst habe ich, dass mich viele Sehenswürdigkeiten erwarten sollte und genau so war es auch. Ich habe unglaublich viel auf meiner Radtour gesehen und gelernt – über das Weimarer Land und Goethes Leben. Und obwohl ich dachte, dass ich schon viel über Goethe wusste, hat sich dieser Spruch mal wieder bewahrheitet: Man lernt nie aus! Die Etappe Ilmenau-Oßmannstedt hat nicht nur viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, sondern auch viel Natur. Vor allem im Sommer ist es sehr erfrischend immer an einem Fluss entlangzufahren und auch einfach mal spontan seine Füße ins Wasser halten zu können!

Manchmal war mir der Weg nicht ganz klar und ich musste noch einmal die Wegbeschreibung nachlesen; da ich ein paar Schilder nicht richtig gedeutet habe. Aber als geübter Fahrradfahrer passiert das wohl weniger 😉 Ich war auch sehr froh, als ich die Städte hinter mir hatte; das war mir bis Stadtilm ein bisschen zu viel Verkehr. Aber, wenn eine Umleitung in Stadtilm weg ist, wird das bestimmt auch angenehmer!

Ich empfehle dem Weg jedem Menschen, der entweder Kunst, Natur, Thüringen, Flüsse, Städte, Schlösser oder Literatur schätzt. Oder am besten vieles (oder alles?) davon! Die Strecke ist auch vom Schwierigkeitsgrad sehr angenehm zu fahren, da es von Allzunah bis Großheringen die meiste Zeit leicht bergab geht (Start bei etwa 750 m, Ende bei 100 m). Ich würde mich freuen, wenn du mir erzählst, ob der Radweg etwas für dich wäre oder du ihn vielleicht sogar schon gefahren bist? Ich freue mich über jeden Kommentar!

 

Informationen

Hier habe ich noch eine Unterkunft für dich, die ich dir sehr empfehle und ein Buch/Wegweiser, der dir auf deiner Radtour sehr hilfreich sein könnte! Doch noch kurz etwas zu der Anreise zum Ilmtal-Radweg. Wenn du auch in Ilmenau starten möchtest, kannst du dort einfach mit dem Zug hinkommen. Eine direkte Bahnanreise nach Allzunah zum Startpunkt des Radweges ist nicht möglich; hier müsstest du mit dem Zug zum Bahnhof Rennsteig (dieser fährt nur am Wochenende) fahren und von dort aus bis zur Quelle radeln.

 

Mein Unterkunft-Tipp

Entlang des Radweges findest du speziell für Radfahrer angepasste Bett+Bike Unterkünfte. Eines davon ist das velo inn in Bad Berka. Dietmar Meier, der Inhaber des velo inn hat übrigens gerade den 2ten Platz des Thüringer Tourismuspreises belegt – herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Im velo inn dreht sich alles um das Thema Fahrrad – hier kannst du dir dein Rad ausleihen, schlafen, Rad hinbringen/abholen lassen oder reparieren lassen. Diese Dienste bietet das velo inn im Ganzen an. Ich habe mir hier ein Elektrofahrrad ausgeliehen und auch den Shuttledienst in Anspruch genommen; alles hat ganz wunderbar gepasst! Das Hotel liegt in Bad Berka direkt an der Ilmtal-Radwegroute im Zentrum von Bad Berka und ist somit nicht zu verfehlen. Das Hotel ist modern gestaltet, die Zimmer sind simpel gehalten, sehr sauber, schön und mehr als ausreichend!Ich habe dort alles, was ich gebraucht habe, gefunden! Optimal ist auch das kostenlose WLAN; und das angebotene Frühstücksbuffet hält bestimmt für jeden etwas bereit!

 

Geschichten und Informationen zum Radweg

//Werbung, da Affiliate Links

Ich habe mir in der Touristeninformation in Ilmenau dieses Buch über den Ilmtal-Radwanderweg gekauft und kann diesen nur wärmstens weiterempfehlen! Hier erfährst du nicht nur mehr über die Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten auf dem Radweg, sondern auch Karten im Maßstab 1:50.000 und Innenstadtpläne für die größeren Städte. Außerdem sind hier die Beschaffungen der Routen genauestens eingezeichnet/beschrieben (Waldweg, Asphalt etc.), so dass du dich gut daran orientieren kannst. Falls du trotzdem einmal die Orientierung auf dem Weg verlieren solltest, hilft dir das Buch durch genaue Beschreibungen auch weiter (auch mir!).

 

Offenlegung: Bezahlte Werbung// Ich wurde von dem Weimarer Land Tourismus e.V. eingeladen eine zweitägige Radtour von Ilmenau nach Oßmannstedt zu machen und darüber zu schreiben. Ich erhalte dafür ein Honorar für Texte, Bilder und Social Media Aktivitäten. Die Links habe als Hilfe hinterlegt.

 

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Viele Grüße aus Regensburg,

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