Top

Bevor wir uns jetzt gemeinsam mit den potentiellen Abenteuern beschäftigen, die du diesen Sommer erleben kannst, sollten wir uns noch anschauen, was überhaupt Mikroabenteuer sind.

Es gibt zwar keine genaue 1-Satz Definition des Begriffs, doch man kann ein Mikroabenteuer anhand ein paar Punkten zusammenfassen. Zwar gibt es auch hier mehrere verschiedene Ansichten, doch ich orientiere mich an folgenden Punkten.

Sonnenaufgang in der Sächsischen Schweiz

WAS SIND MIKROABENTEUER?

  • Kurze (max. 72 Stunden) & spontane Erlebnisse
  • Ein “einfaches” und simples Abenteuer
  • Kostengünstig
  • Sich vom Alltag unterscheiden
  • Dich aus deiner Komfortzone herausbringen

Eine interessante Ansicht hat auch Alastair Humphrey, der die 5 bis 9 Regel aufgestellt hat. Diese besagt, dass das Mikroabenteuer um 17 Uhr nach dem Feierabend startet und man am nächsten Morgen um 9 Uhr wieder in den Alltag zurückkehrt. Doch daran halten wir uns jetzt in der Liste nicht daran, denn das ist nur eine Unterform von Mikroabenteuern. Für mich definiere ich Mikroabenteuer gerne als spontane kurze Abenteuer vor der eigenen Haustür. Bei Mikroabenteuern soll es vor allem um Spaß und Entdeckungsfreude gehen – man erkundet seine bekannte Umgebung auf eine andere Art und Weise und erlangt somit einen neuen Blickwinkel. Auch, wenn es immer Mut erfordert – bei manchen Abenteuern sogar eine Menge Mut – lohnt es sich seine Komfortzone zu verlassen, um etwas Neues auszuprobieren. Und Mikroabenteuer sind perfekt um kurz aus dem Alltag auszubrechen und etwas aufregendes zu erleben. Doch auch hier heißt es bei deinen Abenteuern in der Natur nichts, außer deiner Fußabdrücke zu hinterlassen und die Lebewesen in der Natur auch nicht zu stören!

Wald im Spätsommer
Nahaufnahme Pflanze
Waldbaden im Steinwald

30 IDEEN FÜR MIKROABENTEUER IM SOMMER

Natürlich lassen sich einige von den Ideen auch in anderen Jahreszeiten umsetzen, doch viele finde ich persönlich im Sommer um einiges angenehmer. Hier ist meine kleine Ideensammlung, von der du dich vielleicht für das ein oder andere inspirieren lassen kannst.

1. Das erste Mikroabenteuer, welches ich dir vorschlagen will, ist nicht ganz unproblematisch, denn es geht um Zelten im Wald. Und bekannterweise ist Wildcampen in Deutschland verboten – wir haben (leider) kein Jedermannsrecht wie in Skandinavien, doch es gibt eine ganz tolle und legale Art in der Natur zu zelten, ohne auf einen eventuell befüllten Campingplatz zu müssen. Du kannst dafür ausgewiesene Trekkingplätze nutzen, die nicht nur den Vorteil haben, dass sie sich meistens an wunderschönen einsamen Plätzen befinden, sondern du auch an manchen ein Lagerfeuer machen kannst. (Hinweis Nr. 29)

2. Der Punkt ist vor allem für die Schlafmützen (wie mich) spannend. Denn bei diesem Mikroabenteuer heißt es ganz früh aufzustehen und in den nächsten noch kalten See zu hüpfen. Ein erfrischendes und aufregendes Erlebnis!

3. Wenn du einen eigenen Garten hast oder auch Freunde/Familie mit einem eigenen Garten, lohnt es sich einmal über eine Nacht im Zelt im Garten nachzudenken. Das ist oft viel aufregender als man denkt und man spart sich die Fahrt zum nächsten Campingplatz!

4. Wenn du eine Wasserratte bist, kannst du dich ja an das beliebte Stand Up Paddling, auch Stehpaddeln oder kurz SUP genannt, wagen. SUP kannst du in vielen Gewässern ausprobieren, weshalb es sich lohnt in der näheren Umgebung danach zu gucken.

5. Auf dem Balkon unter dem Sternenhimmel schlafen. Wer einen Balkon zur Verfügung stehen hat, kann auch dort sein eigenes Mikroabenteuer erleben. Ganz kostenlos und trotzdem aufregend!

6. Mache eine Flusswanderung. Eine Flusswanderung ist nichts anderes als eine Wanderung, nur mit dem Unterschied, dass diese am Fluss entlangführen. Und das kann besonders magisch sein, denn Wasser hatte schon immer eine besondere Anziehungskraft auf uns. Und hier in Deutschland haben wir unglaublich viele schöne Wanderwege an Flüssen wie der Altmühl, Donau, Mosel oder dem Rhein.

Ich beim Wandern

7. Wandere direkt von deiner Wohnung aus los. Du brauchst keine Vorplanung, keine feste Route, sondern nur Zeit und ein bisschen Gepäck – dann kannst du schon loslegen. Versuche auch eine Route zu gehen, die du nicht kennst. Auf deinem Weg in die Natur wirst du einiges entdecken, was dir zuvor nie aufgefallen ist oder du noch nicht gekannt hast. Und spontan kannst du so eine Wanderung wunderbar machen.

8. Mache eine Radtour mit Übernachtung unter dem Sternenhimmel. Ja der Sternenhimmel hat es mir angetan, weil ich das hier bei mehreren Punkten empfehle, aber es ist einfach wunderschön mit diesem Blick auf die beeindruckende Natur einzuschlafen.

9. Wenn die Sonne untergeht und die Nacht den Tag ablöst, kommt dieses Mikroabenteuer wunderbar gelegen. Denn dann heißt es für dich dir eine Taschenlampe zu schnappen und deine eigene Nachtwanderung zu starten. Vor allem in der Natur (und am meisten im Wald) kann es dabei angenehm gruselig werden. Doch achte darauf keine Lebewesen zu stören, sondern benutze vorgegebene Wege!

10. Du denkst Surfen kannst du nur am Meer? Da liegst du falsch, selbst in Großstädten kannst du dich am Surfen ausprobieren oder deiner schon existierenden Leidenschaft nachgehen. Viel Spaß beim Reiten der Wellen.

11. Den höchsten Gipfel der Stadt oder Umgebung erklimmen. Hier wird es je nach deiner Umgebung besonders spannend. Der Gipfel kann ein kleiner Hügel oder ein “richtiger” Berg sein, doch beides macht definitiv Spaß. Und du kannst dann sagen, dass du schon den höchsten Punkt in deiner Region erklommen hast!

12. Mache ein Picknick mit Freunden. Ein etwas “kleineres” Mikroabenteuer im Vergleich zu den vorherigen, doch auch das zählt zu meiner Definition. Und was gibt es schöneres als ein spontanes Picknick mit Freunden im Park, bei dem jeder was Kleines mitnimmt und man zusammen die Zeit genießt.

13. Ohne Ausgangsziel mit dem Zug in eine Stadt fahren und dort eine Stadtbesichtigung machen. Hierfür kannst du einfach die Bummelzüge nehmen, damit du auch günstig in die nächsten Städte reisen kannst. Und wie du deine kleine Reise gestaltest, sei völlig dir überlassen – wo willst du aussteigen, wie lang willst du fahren und in welche Richtung überhaupt?

Wandern zur Saußbachklamm

14. Geh bei Regen auf eine Wanderung. Bei Regen tendieren die meisten Menschen dazu sich in eine Decke einzumummeln und das Wetter entweder skeptisch zu beobachten und zu hoffen, dass der Regen bald vorbeigeht oder den Regen zu genießen. Aber anstatt den Regen von der trockenen Wohnung aus zu genießen, kannst du dich auch regenfest einpacken und raus in die Natur gehen, denn hier verändert sich natürlich mit dem Regen auch viel und du lernst diese Seite der Natur besser kennen.

15. Wandere in den Sonnenaufgang! Eine Sonnenaufgangswanderung ist mit Abstand das schönste, was Wandern & Natur einem zusammen bieten können. Zwar müssen sich hier Langschläfer auch ein bisschen aus ihrer Komfortzone wagen, doch nichts geht über den Anblick der Sonne, wenn sie gerade über Wälder, Wiesen oder Bergen aufgeht und alles in ein warmes, gemütliches Licht taucht.

16. Erkunde mit dem Kajak/Kanu die Flüsse in deiner Umgebung. Von den Flüssen aus bekommt man noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel auf seine Heimat und Umgebung und kann auch hier vieles noch Unentdeckte entdecken.

17. Verbringe eine Nacht im gemütlichen Heu. Hierfür braucht man natürlich eine Scheune, doch auch solche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es mittlerweile sehr häufig, z.B. Heuherbergen. Das naturnahe Schlafen wird nicht ohne Grund immer beliebter, weshalb du dem duftenden Heubett auch eine Chance geben solltest.

18. Gehe in eine/n Klettergarten/Kletterhalle und tobe dich aus. Schon als Kinder sind wir überall hochgeklettert und wollten oft auch nicht mehr von den Bäumen runter. An diesen Teil meiner Kindheit kann ich mich noch sehr gut erinnern. Und klettern macht als Erwachsene immer noch so viel Spaß wie früher, weshalb ich sehr gerne klettern gehe – hier hast du die freie Auswahl zwischen Kletterwäldern, die im Sommer eine tolle Atmosphäre ausstrahlen, Kletterhallen, in denen du viel üben kannst und die Kletterfelsen, die noch einen kleinen Kick mehr Abenteuer geben.

19. Probiere bei Geocaching die Schatzsuche der Moderne aus. Durch Geocaching wird deine Heimat wieder ein bisschen aufregender und neuer, da du sie hier mit dem Blick auf den die Suche nach dem Cache (den “Schatz”) betrachtest. Hier gibt es unendlich viele Möglichkeiten – du kannst leichte Caches suchen oder du probierst es mit ziemlich kniffeligen Rätseln, die dich manchmal auch zum Verzweifeln bringen können. Vielleicht versteckst du auch selbst ein paar Caches und musst hier tolle Verstecke finden. Auch mit Kindern/Vor allem für Kinder macht Geocaching sehr viel Spaß, weshalb sich es hier auch sehr lohnt es einfach mal auszuprobieren.

20. Wage dich in mit Canyoning in beeindruckende Schluchten. Canyoning, oder auch Schluchtenwandern ist eine aufregende Art die Natur in einer etwas “extremeren” Art kennenzulernen. Auch hier gibt es einige Orte, an denen man die Sportart gut ausprobieren kann, z.B. im Allgäu.

21. Gehe in einem Wald auf mehreren Untergründen barfuß und versuche die Natur intensiv wahrzunehmen. Zwar spazieren, radeln oder wandern wir oft durch Wälder, doch nehmen wir uns selten bewusst Zeit den Lebensraum Wald genauer wahrzunehmen. Wenn du dir nur etwas Zeit nimmst und auf naturbelassenen Böden barfuß entlang gehst, spürst du den Wald mit vielen Sinnen und nimmst die Natur intensiver wahr.

22. Mache eine Höhlentour und entdecke so dir unbekannte Höhlen auf eine aufregende Art. Du kannst hier gemütliche Touren in Höhlen machen oder dich in enge, tiefe Höhlen wagen, bei denen du dich auch abseilen und vielleicht auch kriechen musst – der Adrenalinkick sei dir Gewiss!

23. Begebe dich auf eine Wattwanderung. Das kann natürlich nicht jeder machen, denn dafür muss man in der Nähe des Watts leben, doch auch im Hinterkopf kann man sich das merken. Bei einer Wattwanderung erschließt sich einem eine völlig neue Welt. Hier findet man eine spannende Fauna wie z.B. Krebse, Wattwürmer, Wattschnecken. PS: Sei bitte IMMER vorsichtig mit Ebbe und Flut! Mache lieber eine Führung mit, als alleine von der Flut überrascht zu werden.

Kleine Möwen am Strand

24. Probiere dich an einem Klettersteig. Ein Klettersteig ist ein Kletterweg an einem Felsen, der ursprünglich Nicht-Kletterern den alpinen Bereich zugänglich machen sollte. Heute findest du unheimlich viele Klettersteig von den verschiedensten Schwierigkeitsgraden. Sichern tut man sich mit einem Klettersteigset. Wenn du gerne neues ausprobierst, und auf ein bisschen Aufregung und fantastische Aussichten stehst, sind Klettersteige vielleicht etwas für dich!

25. Erkunde einen Lost Place. Ein Lost Place ist ein verlassener, oder auch vergessener Ort. Meistens sind es Bauwerke, die man erkunden kann – meistens auf eigene Faust. Beachte hier aber bitte die geltenden Regeln!

26. Eine besondere Wanderung, die ich dir gerne empfehlen würde, ist die Schluchtenwanderung. Schluchtenwanderungen sind oft abenteuerlich, mystisch und romantisch; weshalb sie auch sehr beliebt sind. Wir haben in Deutschland viele Klamms und Schluchten, die es sich zu entdecken lohnt!

27. Entdecke die eigene Stadt als Tourist:in neu. Versuche die Sehenswürdigkeiten und Orte, die du sonst oft besuchst, auf eine andere Art zu besichtigen- sei es durch eine fesselnde Stadtführung oder einfach nur durch deinen anderen Blickwinkel. Bestimmt fallen dir auch einige Dinge auf, die dir vorher nie so ins Auge gesprungen sind, oder?

28. Erkunde deine Umgebung mit der Kamera neu. Vor allem im Frühling und Sommer geht es mir oft so, dass ich mit meiner Kamera durch den nahe gelegenen Park spaziere und Blumen, Sträucher und Pflanzen entdecke, die es sich unbedingt lohnt mit der Kamera festzuhalten. Oder man sieht ein schönes Gebäude, bei dem einen die Architektur beeindruckt. Es ist nicht wichtig, was dich interessiert, doch versuche einmal deine Umgebung aus der Sicht deiner Kamera zu sehen – du wirst viele neue Blickwinkel entdecken.

29. Nun kommt der Zusatzpunkt zu meinem ersten Mikroabenteuer – Stockbrot am Lagerfeuer rösten. Eine weitere wunderbare Kindheitserinnerung, die es sich lohnt wieder aufleben zu lassen. Und beim Zelten im Wald mit Freunden oder der Familie schmeckt auch alles gleich viel besser. Und leckeres, knuspriges Stockbrot sowieso!

30. Was hast du denn für Ideen für Mikroabenteuer oder welche hast du schon erlebt? Schreibe es gerne in die Kommentare und teile es so mit allen Leser:innen!

Interessierst du dich für mehr Mikroabenteuer? Dann ist dieses Buch* vielleicht etwas für dich!

Werbehinweis: In dem Beitrag kommen Affiliate Links vor (gekennzeichnet mit *). Wenn du etwas über den Link kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich entstehen keine Mehrkosten!

Hej, ich bin Sophia! Was ich besonders mag: (Weit)wanderungen, veganes Essen, Schnee, Bayern, Musik, Fotografie, Serien, Regensburg.

kontakt@sophias-welt.de

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
6 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
trackback

[…] Hinweis auf Sophias Welt. Für alle, die in diesem Jahr auf das Wegfahren verzichten, hat sie eine Ideensammlung mit 30 Vorschlägen für den Sommer […]

Anonym
Anonym
10 Monate zuvor

Hallo Sophia, tolle Idee , danke dafür !
Ich habe vor einer kurzen Weile auch angefangen ( zunächst aus Budget Gründen) meine nähere Umgebung neu zu entdecken , es ist so wunderschön und man hatte es immer vor der Haustür !!
Ich freue mich riesig auf Eure Zeitschrift .
Grüsse von der Bergstrasse
Sue

trackback

[…] ihrem Blog hat Sophia einen umfangreichen Beitrag veröffentlicht, wo du 30 Ideen für dein nächstes Mikroabenteuer im Sommer erhältst. Hier ist für jeden etwas […]

Mandy
3 Monate zuvor

Eine tolle Ideen-Liste! Vielen Dank, liebe Sophia.
Deinen Beitrag habe ich mir gespeichert, die kleinen Abenteuer sind eine schöne Inspiration. Geocaching habe ich schon lange nicht mehr gemacht, danke für den Anschubser.
Vor einigen Wochen sind wir mit dem Bus zum Berliner Fernsehturm gefahren und von dort aus nach Hause gelaufen – 23 km – das war ein cooles Mikroabenteuer.
Liebe Grüße
Mandy