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Wandern im Gohrisch

Wenn ich es schaffe, bin ich unglaublich gerne in der Sächsischen Schweiz unterwegs und wandern. Das Mittelgebirge prägt die Landschaft deutlich durch bizarre und besondere Felsformationen und unterscheidet sich dadurch auch sehr von anderen Wandergebieten, was es so besonders reizvoll macht.

Ein besonders schöner Rundwanderweg auf der linkselbischen Seite des Elbsandsteingebirges führt auf die Tafelberge Gohrisch und Papststein, die beide nebeneinander liegen und somit wunderbar in einer Tour zu erreichen sind. Wenn man sich noch ein interessantes Höhlengebilde anschauen will, kann man den kleinen Tafelberg Kleinhennersdorfer Stein auch noch mit in die Wanderung miteinbeziehen. Die abenteuerliche Wanderung beeindruckt mit landschaftlichen Highlights und zählt meiner Meinung nach zu den schönsten Wanderwegen der Region. Hier sollte definitiv jeder auf seine Kosten kommen – durch die Erforschung von Höhlen, Klettern durch enge Schluchten oder durch die atemberaubenden Aussichten. Auf leichten bis mittelschweren Wegen erkunden wir die Vordere Sächsische Schweiz und lernen so die Tafelberge genauer kennen.

Nahaufnahme Pflanze

AUF DEN TAFELBERG GOHRISCH

Unsere Wanderung beginnt am Wanderparkplatz zwischen dem Gohrisch und dem Papststein, die genauen Koordinaten findest du weiter unten. Für die Rundwanderung über die drei Tafelberge beginnt man am besten mit dem Tafelberg Gohrisch, bei welchem wir der Beschilderung  “Westaufstieg” folgen. Hier befinden wir uns auch noch auf einem Lehrpfad, auf welchem wir immer mal wieder an Informationsschildern anhalten und uns über die Region informieren können. Schon nach der ersten kleinen Kurve wandern wir in einen Wald, der mit seiner Vielzahl an Farnen und der blühenden Flora eher einem natürlich gebliebenen Urwald erinnert. Dazu begleitet uns ein kleines Stück der Gesang eines Vogels, der uns mitten in diesem Urwald-Wald in ein anderes Land zu versetzen scheint.

Bereits der Anfang zeigt die Vielfältigkeit und reine Schönheit der einzigartigen Natur hier. Nach kurzer Zeit erreichen wir dann eine Abzweigung und wandern links zum Aufstieg des Gohrischs. Die ersten Felsen scheinen hier schon durch den dichten Wald und lassen nur erahnen, wie beeindruckend der Tafelberg wirklich ist. Schon hier freue ich mich auf die Besteigung des ersten Tafelbergs und die Aussicht, die uns weiter oben erwartet. Das Wetter scheint es gut mit uns zu meinen und da wir sehr früh schon losgewandert sind, ist die Umgebung noch relativ leer und ruhig. Nur wenige Menschen begegnen uns, sodass wir die Ursprünglichkeit des Ortes mit allen Sinnen wahrnehmen können.

Wald im Spätsommer
Wandern beim Gohrisch Beschilderung
Wandern beim Gohrisch

Und dann sind wir auch schon da. Die ersten Treppen zeigen sich uns und locken zum Aufstieg an. Hier kannst du dich für den schwierigeren Aufstieg durch die Falkenschlucht oder den leichteren Aufstieg entscheiden. Wir haben uns für zweiteres entschieden, da bei der Falkenschlucht schon eine größere Gruppe stand. Nach ein paar Stufen, die der letzte Muntermacher für mich waren, sind wir oben auf dem Gipfelbereich angekommen. Schon nach ein paar Metern bot sich uns dann eine wirklich grandiose Aussicht! Der Tafelberg Gohrisch besteht aus einem Felsplateau, welches etwas zerklüftet ist. Doch man kann wunderbar von Felsen zu Felsen klettern, da es nur am Rande wirklich hinab geht. Hier oben haben wir dann erst einmal einen Aussichtspunkt gesucht und dort in Ruhe gefrühstückt und fotografiert. Am meisten hat mich hier das Meer aus Bäumen beeindruckt. Wie auch an vielen Stellen im Bayerischen Wald erstreckt sich bei dem Ausblick in alle Richtungen ein nicht enden-wollender Wald und in der Mitte des Waldes erheben sich die beeindruckenden Tafelberge. Auch zu Festung Königstein und zum Lilienstein kann man von hier aus blicken!

Wandern beim Gohrisch

Das Plateau des Gohrisch ist nicht groß und in wenigen Minuten hat man einmal den Berg überquert und kann von einer weiteren Aussichtsplattform auf die andere Seite des Berges schauen. Um aber weiter zum Papststein zu wandern, müssen wir auf die Ostseite zum Wetterschutzhäuschen wandern. Kurz vor dem Schutzhaus kannst du nach links abzweigen und dir die Schwedenhöhlen anschauen. Vorbei am Wetterschutzhäuschen geht es über die Ostseite hinab durch eine kleine Schlucht, die schon nach kurzer Zeit in einen Waldpfad übergeht und uns auf direktem Wege zurück zum Parkplatz, von welchem es weiter auf den Papststein geht, bringt.

AUF DEN PAPSTSTEIN

Nach kurzer Zeit erreichen wir dann den uns schon bekannten Wanderparkplatz, überqueren die Straße und folgen den Wegweisern, der uns zum Aufstieg auf den Papststein bringt. Der Weg könnte dem Aufstieg auf den Gohrisch nicht unterschiedlicher sein, da wir hier von Anfang an nur über Treppen den Tafelberg besteigen. Auch einen tollen Ausblick bekommen wir bei einer Pausenbank zu sehen. Schon nach knapp 20 Minuten sind wir auf dem Papststein und können dort eine Pause in der Gaststätte Papststein machen und bei einer wunderbaren Aussicht ein kühles Getränk genießen, bevor es weiter geht.

Der Papststein ist nicht groß und nachdem wir ausgiebig die Aussicht bewundert und uns eine kleine Pause gegönnt haben, kann man wieder mit dem Abstieg beginnen. Wenn du hier deine Wanderung beenden willst, kannst du den gleichen Weg wie beim Aufstieg wieder hinab zum Wanderparkplatz gehen. Wir sind noch weiter zum Tafelberg Kleinhennersdorfer Stein gewandert. Dieser beeindruckt anders als die zwei Tafelberge zuvor auf der Tour nicht durch seine Aussicht, sondern durch die Höhlen, die teilweise erkundbar sind. Um zu dem letzten der drei Berge zu kommen, wandern wir mit der Wegmarkierung roter Punkt im Blick, etwas hinab und an einer Wegkreuzung Richtung Kleinhennersdorfer Stein, bis wir schon die Felsblöcke des Tafelbergs sehen können. Hier befinden sich drei Höhlen, die man erkunden kann – die Lichterhöhle, die Hampelhöhle und die Eishöhle. Die Lichterhöhle ist für jeden leicht erreichbar, vor allem Kinder können die Gegend hier wunderbar erkunden. Für die Eishöhle sollte man definitiv eine Stirnlampe/Taschenlampe dabeihaben. Wir sind dann Richtung Papstdorf wieder hinab und entlang des Dorfes auf dem Hans-Förster-Weg(Weinleite) zurück zum Wanderparkplatz gewandert.

  • Schwierigkeit: mittelschwer (Aufstieg durch die Falkenschlucht wird als “schwierig” betitelt)
  • Wanderzeit: reine Gehzeit knapp 1,5 Stunden (mit Kleinhennersdorfer Stein), etwa 6 Kilometer
  • ÖPNV: Von “Bad Schandau Elbkai” bis Haltestelle “Papstdorf Papststein” (Wanderbus Linie 244)
  • Anfahrt: Wanderparkplatz bzw. Bushaltestelle zwischen dem Gohrisch und dem Papststein (339 m) – Koordinaten: 50.901524, 14.116025
  • Startpunkt der Tour: siehe oben (Wanderparkplatz)
  • Markierung: Wir wandern auf dem Malerweg, also kann man auf der Markierung wandern, der Beschilderung mit roten Punkten und am Ende mit gelben Schildern folgen
  • Einkehrmöglichkeit: Auf dem Papststein gibt es eine Gaststätte mit einer tollen Ausblick
  • Rundwanderweg: Der Weg ist als Rundwanderweg gehbar
  • Hunde: Der westlicher Aufstieg auf den Gohrisch durch die Falkenschlucht und der Abstieg an der östlichen Seite des Gohrisch sind aufgrund der Leitern/Gitter nicht für Hunde geeignet
  • Barrierefreiheit: Der Weg ist nicht barrierefrei
  • Kinder/Familien: Der Weg ist für Familien geeignet, mit kleineren Kindern sollte man bei den Höhlen und auf dem Gohrisch aufpassen
  • Wanderschuhe: Man sollte auf jeden Fall festes Schuhwerk tragen, am besten Wanderschuhe
  • Ausrüstung: Wenn du in die Eishöhle, Schwedenhöhle oder Hampelhöhle willst, solltest du eine Stirnlampe verwenden
  • Weitere Informationen: Es gelten wie immer in Schutzgebieten die Regeln – nicht abseits der Wege gehen, Lärm vermeiden, nichts sammeln & keine Pflanzen pflücken

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Hej, ich bin Sophia! Was ich besonders mag: (Weit)wanderungen, veganes Essen, Schnee, Bayern, Musik, Fotografie, Serien, Regensburg.

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