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Der Koasa Trail ist der erste Weitwanderweg, den ich gegangen bin und ein richtiges Abenteuer! Ich nehme dich mit auf eine Wanderung durch die schönsten Plätze in St. Johann in Tirol. Doch klären wir erst einmal die Frage was und wo der Koasa Trail überhaupt ist, oder? Der Koasa Trail ist ein fünftägiger Weitwanderweg in den Kitzbüheler Alpen. Und wer jetzt kein Österreichisch kann oder das Wort “Koasa” einfach so nicht versteht… Koasa bedeutet übersetzt einfach Kaiser und steht für den Wilden Kaiser. Das Kaisergebirge besteht aus zwei Gebirgszügen (Bergketten) – dem Zahmen Kaiser und dem Wilden Kaiser (und dem Niederkaiser). Auf den fünf Etappen kommt man vorbei an wunderbaren Natursehenswürdigkeiten wie dem Kaiserbachtal, dem Eifersbacher Wasserfall, der Grießbachklamm und der Teufelsgasse. Auf diese Naturschauplätze gehe ich in jedem Etappenabschnitt auch noch genauer ein. Auf die Frage für wen der Weitwanderweg geeignet ist, gehe ich am Ende noch einmal genauer ein. Der Wanderweg ist insgesamt 79 km lang, der höchste Punkt liegt auf 1800 m und die Höhenmeter sind bergauf etwa 4700 m. Wir sind den Koasa Trail mit Gepäcktransport gegangen, das heißt, wir mussten unser Gepäck beim Wandern nicht mittragen und konnten nur einen leichten Rucksack mitnehmen. Dank Transfer wurde dieses uns jeden Tag schon in die nächste Unterkunft gebracht. Falls du darauf auch Lust hast, kannst du dich hier unverbindlich informieren.

Werbehinweis: Meine Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Kitzbüheler Alpen St. Johann in Tirol statt. Meine persönliche Meinung sowie die Inhalte dieses Artikels wurden dadurch nicht beeinflusst. Weitere Infos: www.trusted-blogs.com/werbekennzeichnung . Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind Provision-Links. Wenn du auf den Link klickst und über diesen etwas kaufst, bekomme ich eine Provision. Für dich entstehen dabei keine Kosten! 

DIE WANDERPACKLISTE

ETAPPE 1 DES KOASA TRAILS

Jetzt passiert es wirklich, es ist endlich so weit… die Wanderung beginnt! Um kurz vor 9 Uhr in der früh treffen wir in St. Johann am Bahnhof ein, gehen gleich zur Touristeninformation und holen uns noch kurz ein paar Informationen. Dann kaufe ich noch schnell eine Sonnencreme in der nächsten Apotheke, wir cremen uns brav ein und die Rucksäcke werden fertig geschnürt, aufgesetzt und wir beginnen die ersten Schritte unserer Mehrtageswanderung.

Der Start der Etappe ist direkt an der Touristinformation St. Johann, an der auch ein Schild mit “Koasa Trail” uns die richtige Richtung anzeigt. Meine Gefühlslage ist nicht eindeutig zu beschreiben – von Nervosität, Glück, Aufregung und einer Prise Zweifel/Angst ist alles mit dabei. Der Weg führt uns nach wenigen Minuten aus dem Ort hinaus und wir folgen der Straße zum Landcafé Hinterkaiser. Langsam kehrt auch in mir Ruhe ein, je ruhiger die Umgebung wird. Die Sonne wärmt auch schon um diese Uhrzeit mein Gesicht und die Vögel zwitschern laut. Je näher wir dem Bergmassiv kommen, desto aufgeregter werde ich. Schon bald ist dann das Landcafé erreicht und wir gehen vorbei an Bauernhöfen zum Waldweg.

Kurz vor dem Einstieg in den Wald bietet sich auf unserem Weg schon ein traumhafter Blick auf St. Johann und die noch leicht vernebelte Umgebung. Von hier aus kann man übrigens auch schon die Gmail Kapelle erblicken, wenn man genau hinschaut! Doch weiter geht es, denn die erste Sehenswürdigkeit der Etappe haben wir schon fast erreicht. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Einsiedelei Maria Blut. Ein Kraftplatz, der seit mehr als 300 Jahren von Einsiedlern bewohnt ist. Hier lassen wir uns kurz auf einer Bank nieder und tanken noch Kraft für den nächsten Anstieg zur Gmail Kapelle.

Wir lassen die beeindruckende Wallfahrtskapelle hinter uns und beginnen den ersten richtigen Anstieg zur nächsten Kapelle. Der Weg ist schmal und ich fange schnell an zu schwitzen. Der Weg ist ganz schön knackig und so bin ich um die ein oder andere Aussichtsmöglichkeit ganz froh, an der ich kurz halten und fotografieren kann. Hier treffen wir auch schon die ersten Wanderer, die auch die Gmail Kapelle besichtigen wollen und oft schneller sind als ich. Umso praktischer sind die Ausbuchtungen, an denen ich die Jogger (die wirklich hochlaufen!) vorbeilassen kann. Doch irgendwann ist auch natürlich dieser Anstieg vorbei und ich sehe durch die Äste der Bäume die gelbe Kapelle schimmern. Hui, wir sind da!

DAS HIGHLIGHT DER ETAPPE – GMAIL KAPELLE

Die Gmail Kapelle ist ein ganz besonderes Highlight der Etappe, denn wie du sehen kannst, ist diese in die Felswand am Niederkaiser gebaut! Hier lassen wir uns mit anderen Wanderern auf die vorhandenen Bänke nieder und machen unsere erste Pause. Die Gmail Kapelle verdankt ihren Namen natürlich nicht dem wohlbekannten Giganten Google, wie man es vielleicht gleich einmal vermuten mag, sondern einem hier angebrachtem Gemälde. Das Wort Gmail stammt also aus dem Wort Gemälde – das ist dann doch etwas einleuchtender als Google Mail oder? 😀 Die Architektur und Malereien der Gmail Kapelle sind sehr beeindruckend, vor allem, wenn man daran denkt, wann die Kapelle errichtet wurde! Schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, genauer genommen seit dem Jahr 1782 steht hier dieser Sakralbau und ist seit jeher eine “Anlaufstelle” für viele Gläubige, die ihre Gebete und Gedanken in einem Buch in der Kapelle verewigen können.

Wir verlassen die Gmail Kapelle, nachdem wir uns ausreichend für den nächsten Anstieg gestärkt haben. Der nächste Anstieg macht mir sehr zu schaffen und ich verstehe nun warum die Wanderung für fitte und ausdauernde Bergwanderer ausgelegt ist. Außerdem machen mir meine “Zu-viel-Kilos” nun schwer zu schaffen und ich muss des Öfteren Pausen einlegen. Mit einem hochrotem Kopf und unter großer Anstrengung erreichen wir den Niederkaiserkamm und betreten einen wunderbaren Mischwald, der uns noch eine Zeit lang begleiten wird.

Hier oben kommen wir nun zu dem höchsten Punkt der Tagesetappe und genießen vom Aussichtspunkt Ursulablick eine fantastische Aussicht auf das Leukental! Nun geht es auch schon wieder hinab und wir schaffen es nach ein paar Stunden auch einmal uns in Ruhe zu unterhalten. Im Tal wieder angekommen geht der Weg vorbei an der Metzgeralm zur Bacheralm. Nach dem vorherigen langen Anstieg über Wurzeln und große Stufen war der Weg zur Bacheralm sehr entspannend und eine erholte Ruhepause für mich. An der Bacheralm, die auf 977 m liegt, angekommen, begrüßen wir erst einmal andere Wanderer, die Sennerin, die Hühner und eine süße Katze. Hier ist ganz schön was los und vor allem Agathe, das Karatehuhn, lässt uns noch das ein oder andere mal herzlich auflachen. Wir bekommen ein leckeres Omelett,  über das sich unsere mittlerweile hungrigen Mägen sehr freuen und wollen gerade mit dem Speisen beginnen, als Agathe unter dem Tisch schon versucht etwas von unserem Essen abzubekommen. Mein Brot hat sie leicht gierig angefangen mir aus der Hand zu picken, während Felix schon einmal gemütlich das Essen begonnen hat. Doch Agathe hat das wohl nicht so gepasst und so flatterte sie auf den Tisch, pickte sein komplettes Omelett vom Teller und schmiss es voller Inbrunst auf sein Handy, welches unschuldig und nichtsahnend ebenfalls auf dem Tisch lag. Während Felix also gerade eine kleine Panikattacke aufgrund des schreienden Huhns vor ihm erlitt, packte ich Agathe und setze sie auf dem Boden ab, wo sie die Sennerin auch zugleich vom Tisch verscheuchte. Wie man sich vorstellen kann, war dies ein für alle Beteiligten ein sehr erheiternder Moment und ich fiel vor Lachen fast vom Stuhl 😀 . Als Entschädigung für den Schock gab es dann noch einen Schnaps für Felix obendrauf und wir zogen nach dem Essen wieder einmal gestärkt von dannen.

Und bevor alleine die Beschreibung dieser Etappe überhand nimmt, verkürze ich die kommenden Wegbeschreibungen etwas. Von der Bacheralm geht es abwärts Richtung Gasteig und man muss hier etwas auf die Beschilderung des Weges achten, um dann vorbei an dem Grillplatz des Hotels Gut Kramerhofs auch auf die richtige Forststraße zu gelangen. Hier geht es noch einmal bergauf und nach kurzer Zeit erreichen wir einen wunder, wunderschönen Wald, der fast magisch wird. Dadurch, dass wir zu spät losgekommen sind und durch meine unfreiwillig schnell endende Kondition länger gebraucht haben als gedacht, merkt man am Himmel schon langsam, dass die Sonne bald untergeht und wir beeilen uns nach Griesenau zu kommen. Doch bevor wir in Griesenau ankommen, erwartet uns noch ein absolutes landschaftliches Highlight der Etappe … auf einem schmalen Pfad führt uns der Weg hinaus aus dem Wald und der Wilde Kaiser steht direkt vor uns. Erhaben, mächtig und wunderschön! Mit dem Abendlicht, welches durch die Baumspitzen leuchtet und die Weide erhellt, wirkt der Weg wie aus einem Märchen entsprungen.

Doch mittlerweile habe ich leider schon ein anderes Problem – ich habe drei offene Blasen an meinem Fuß und aufgescheuerte Beine, sodass aufgrund der Schmerzen nicht an Weitergehen zu denken ist. So beenden wir die erste Etappe  in Griesenau  leider vorzeitig und werden von einem Mitarbeiter der Griesner Alm abgeholt. Bis nach Griesenau wollten wir unbedingt noch gehen, da wir die Strecke von Griesenau bis zur Griesner Alm, in der wir für zwei Nächte waren, in der zweiten Etappe halb und in der dritten Etappe noch einmal ganz gehen mussten. Und so endete der Abend mit einem leckeren Eispalatschinken und einen atemberaubend schönen Blick auf den Wilden Kaiser.

Falls du einen weiteren Einblick in die erste Etappe des Koasa Trails bekommen willst, kannst du bei meinem Video mit Impressionen des Weges vorbeischauen!

ETAPPE 2 DES KOASA TRAILS

Ausgeruht und ausgeschlafen stehen wir am zweiten Tag des Weges früher auf, frühstücken und beginnen die leichtere Version der Etappe 2 des Koasa Trails. Ja, heute haben wir die Möglichkeit zwischen zwei Varianten zu wählen – dem Wanderweg zum Stripsenkopf oder dem Weg zur Ranggenalm. Die erste Variante hat eine Streckenlänge von 10 km, eine Gehzeit von 6,5 h und geht 950 Höhenmeter bergauf. Für mich war dann die einfachere – doch trotzdem anspruchsvolle Variante – von 8 km Streckenlänge und “nur” 550 Höhenmeter bergauf irgendwie einladender. Zwar hätte ich auch gerne das Highlight Stripsenkopf mitgenommen, doch von meiner Kondition und den darauf folgenden Etappen war es logischer die kürzere Variante zu wählen. Und so begann um knapp 9 Uhr die zweite Etappe und mit leichtem Muskelkater machten wir uns auf die Weiden zu durchqueren und immer höher zu kommen. Wir sind die Strecke übrigens andersrum gegangen – von der Griesner Alm über die Almen zur Fischbachalm. Der “normale” Weg geht über die Fischbachalm zu der Vorderen Ranggenalm und dann zur Hinteren Ranggenalm.

Heute waren viel mehr Wanderer unterwegs und so begegneten wir neben vielen Kühen auch einigen Menschen, die den gleichen Wanderweg vor sich hatten. Und apropos Kühe… da gibt es einiges zu zeigen! Denn eben diese waren mein absolutes Highlight der Tour.

Schon von der Griesner Alm aus konnten wir die Kuhglocken hören und ich freute mich schon sehr über die Möglichkeit Kühe (aus einer Entfernung) zu fotografieren. Doch je höher wir stiegen, desto mehr wurde uns klar, dass die Kühe nicht vor hatten auf ihrer Weide zu bleiben, sondern direkt mit uns auf dem Weg zu gehen.  Dazu muss ich sagen, dass überall – auch auf unserem Koasa Trail Wanderführer – steht: Halten Sie, wenn möglich, 30 Meter Abstand von einer Herde und nehmen Sie einen Umweg. Doch das war bei all unseren Begegnungen mit Kühen eigentlich nicht möglich. Und davon hatten wir die nächsten Tage noch mehr. Denn im Gegensatz zu uns wollte die Herde sich nicht an den Wanderführer halten und blieb einfach mitten in einer Kurve stehen.  Mitten IN der Kurve… und so warteten wir erst eine Minute, dann fünf Minuten und entschieden schließlich leise und mit möglichst viel Abstand (es war knapp 1 Meter Abstand möglich) an den interessiert (und genervt?) guckenden Kühen vorbeizugehen. Natürlich sind wir ohne Probleme vorbeigekommen, doch die Situation hatten wir wie vorher schon erwähnt noch mehrmals und es hat uns jedes Mal ein bisschen Nerven gekostet 😀 .Auf dem Weg zu den Almen kann man seinen Blick gar nicht von dem wunderschönen Kaiserbachtal nicht abwenden und kann dort Rast an traumhaften Aussichtspunkten machen. Wenn man Glück hat, bekommt man an der Ranggenalm eine Erfrischung, doch oft muss man leider darauf verzichten, da diese nur zum Teil bewirtschaftet ist. Weiter führt der Wanderweg an der Bergtotenkapelle vorbei, in der die Menschen geehrt werden, welche am Wilden Kaiser ihren Tod fanden. Zurück geht es über die Fischbachalm zurück zur Griesner Alm, in der wir noch eine internetfreie Zeit verbracht haben – denn hier ist Digital Detox angesagt (es gibt weder Netz noch WLAN). Abends haben wir uns dann noch einen Kaiserschmarrn gegönnt und sind mit leisem Glockengebimmel der Kühe eingeschlafen, um den nächsten Tag in aller früh zu beginnen.

ETAPPE 3 DES KOASA TRAILS

Die dritte Etappe ist doch um einiges anspruchsvoller als die vorherige zweite Etappe (Variante), daher sind wir um 6 Uhr aufgestanden, um unsere Wanderung um halb 7 zu beginnen. Nicht nur aufgrund der Streckenlänge, sondern auch wegen des angekündigten Gewitters am Nachmittag. Mit ständig aktualisiertem Regenradar, einem Lunchpaket der Griesner Alm und ohne Muskelkater ging also unsere Wanderung los. Da es noch so früh morgens war, habe ich etwas ganz neues und wunderschönes erlebt. Ich bin gefühlt in einen Sonnenaufgang gewandert. Der Dampf stieg über den Kaiserbach auf und die Sonne schien über den Berg- und Waldgipfel und tauchte alles in ein warmes oranges Licht. Dieser Moment war mitunter einer des der schönsten Wandererlebnisse, die ich bis jetzt hatte. Während die Sonne langsam an Kraft gewann und es ein bisschen wärmer wurde, ging es für uns hinunter nach Griesenau. Hier geht man erst einmal ein kurzes Stück an einer Straße entlang. Die Straße war schon viel befahren und wir hatten ein unschönes Erlebnis mit einem Raser, der uns durch einen Schock erst einmal richtig wach gemacht hat. Umso mehr habe ich mich gefreut, als wir an der Teufelskapelle, oder auch Jöchlsteinkapelle genannt,  angekommen sind. Hier machen wir eine kurze Pause bevor es wieder ein kurzes Stück an der Straße entlang geht.

Nach einer Abzweigung, die uns den Weg zum Gasthof Altmühl zeigt, geht es für uns an einer etwas ruhigeren Straße und somit entspannter zum Gasthof. Dort angekommen suchen wir kurz nach dem Schild und biegen dann erst einmal falsch ab. Doch schnell ist der richtige Weg gefunden und wir machen uns auf zu der hinteren Stubenalm. Von hier aus bietet sich schon wieder ein fantastischer Blick auf den Wilden Kaiser, der auch durch die dicken grauen Wolken nicht getrübt wird.

Über eine Forststraße geht es in Richtung Sprissleralm inklusive Gipfelkreuz. Hier bringt mich der Anstieg wieder zum Schwitzen und ich bin das erste Mal an diesem Tag froh um das triste Wetter, da mich der Wind und die Luft bei jedem Schritt erneut erfrischt und abkühlt. An der Sprissleralm angekommen werden wir von Hundebellen und guckenden Kühen schon erwartet. Da uns die Hunde laut bellend hinterherrennen, sind wir schnell durch das Tor “geflüchtet” und haben beschlossen die nächste Pause doch erst vor der Teufelsgasse zu machen. Während wir die kurze Strecke zum Highlight der Etappe gehen wir das Wetter immer besser und die Wolkendecke löst sich langsam auf. Na dann gibt es die Pause eben jetzt schon! Wir packen unsere Lunchpakete der Griesner Alm aus, essen gemütlich und ich versorge meine leicht geschundenen Füße. In denen juckt es mich auch schon bald, denn ich will endlich die Teufelsgasse entdecken!

DAS HIGHLIGHT DER ETAPPE – TEUFELSGASSE

Und nach zehn Minuten erreichen wir diese auch schon und treffen hier erst einmal auf ein paar Gruppen voller Menschen, weshalb sich das Fotografieren leicht erschwert und verzögert hat. Doch nach einer kurzen Weile sind die ersten Gruppen schon durch die Gasse und wir betreten das Labyrinth am Leerberg. Die Teufelsgasse ist ein richtig mystischer Ort, wenn die Geräusche der Menschen verstummen und man andächtig durch die gassenähnlichen Wege geht. An den Wänden kann man Initialen, Jahreszahlen und Symbole sehen – von Liebenden, Wanderern und Soldaten, die sich hier verewigt haben.  Der Sage zufolge soll der Teufel persönlich – daher die Bezeichnung – diesen Weg in Stein gehauen haben. In diesem Labyrinth sollen sich dann die Sünder verlaufen. Dem Teufel und den sündigen Seelen sind wir zwar nicht begegnet, doch trotzdem war die Erkundung der Teufelsgasse ein kleines Abenteuer. Durch die verschiedenen Wege, dem Teufelsthron, der Teufelskanzel und die ganzen Initialen an den Felswänden kann man hier fast die Zeit vergessen, doch nach einer Weile wollen wir trotzdem weiter und lassen die Teufelsgasse hinter uns. Der Wanderweg führt nach kurzer Zeit hinaus aus dem Wald und  bald geht man wieder auf einem befestigtem Weg. Nach knapp einer halben/dreiviertel Stunde kommt man dann zu der Prostalm,  in welcher wir dann eingekehrt sind. Langsam wurde es auch richtig warm (und etwas schwül) und ich habe mich erst einmal durch zwei Flaschen Wasser abgekühlt. Schön ist hier auch der nahe Kontakt zu den Kühen, die nur ein paar Meter entfernt gemütlich auf der Weide grasen und schlafen. Den meisten war es wohl auch zu warm!

Mittlerweile war es mittags und wir hatten nur noch den Abstieg vor uns. Deshalb war die allgemeine Stimmung sehr entspannt und wir gingen gemütlich über die Weiden hinunter nach Erpfendorf. Hier mussten wir noch einmal direkt durch eine Kuhherde durch, von der sich zwei Kühe mitten AUF den Wanderweg gelegt hatten und der Rest der Herde über viele Meter um die “Wegkühe” lagen. Noch einmal die Augen zusammenkneifen und schnell an der müden Kuh vorbei und schon haben wir die Kühe hinter uns gelassen. Aber nicht ohne einen Abschiedsgruß von der hübschen Kuh, die auf dem Weg lag 🙂

An der Strübelalm entlang geht es erst einmal steil nach unten, bis ein Weg in ein Waldstück abzweigt. Die Abzweigung hätten wir fast verpasst, da ein Gewitter das Schild komplett umgerissen hat. Doch glücklicherweise hat es Felix irgendwie noch gesehen. Doch unsere Füße und wir waren mittlerweile sehr erschöpft und so waren wir ganz froh, als wir unten in Erpfendorf waren. Nach einem kurzen Spazierweg durch den Ort kamen wir dann um 14 Uhr am Ziel der Etappe an und konnten uns den ganzen Nachmittag entspannen. Falls du einen weiteren Einblick in die dritte und vierte Etappe des Koasa Trails bekommen willst, kannst du bei meinem Video mit Impressionen des Weges vorbeischauen!

ETAPPE 4 DES KOASA TRAILS

Die vierte Etappe des Weges beginnen wir nach einem ausgiebigen Frühstück um halb 8 Uhr. Wir wollen die Grießbachklamm ganz für uns alleine haben und deshalb etwas früher als die meisten Menschen dort sein. Klammen sind ja meistens ein sehr beliebtes Ausflugsziel und daher auch gut besucht. Und im Gegensatz zu den anderen Etappen ist in dieser Etappe unser Highlight des Weges gleich schon am Anfang. Vom Ortskern aus geht der Weg knapp 15 Minuten zur Grießbachklamm. Hier geht man direkt über den Parkplatz Grießbachklamm an dem Bach entlang in die Klamm.

DAS HIGHLIGHT DER ETAPPE – GRIESSBACHKLAM

Der Weg durch die Klamm ist als mittel-schwieriger Bergweg deklariert und erfordert (wie der andere gesamte Trail) ein festes Schuhwerk und Trittsicherheit. Bei uns hat es in der früh noch ein bisschen geregnet, daher waren die Wege und Stege auch leicht rutschig. Daher empfehle ich wirklich jedem hier festes Schuhwerk anzuziehen! Schon zu Beginn war ich total von der Klamm begeistert. Die letzte Klamm, in der ich war, war im Gegensatz zu dieser nicht nur extrem überfüllt, sondern auch nicht so naturbelassen. Daher habe ich die Zeit in der Klamm sehr genossen. Als wir dort waren, sind wir nur knapp eine Handvoll Menschen begegnet und ansonsten hatte jeder Wanderer seine Ruhe. So konnte man nicht nur dem leisen Rauschen des Flusses und dem tosenden Wasserfall zuhören, sondern auch in aller Gelassenheit die Klamm erkunden. Dadurch, dass die verschiedenen Rundwege alle über andere Pfade zurück zum Ausgangspunkt führen und man nicht durch die Klamm zurückgehen darf (!), hat man auch keinerlei Gegenverkehr, was die Klamm auch bei Hochbetrieb deutlich entspannter sein lassen dürfte als so manche andere.

In der Klamm begegnen uns verwunschen wirkende Pfade; Sandbänke, auf denen man spielen kann; Wasserfälle und Hängebrücken. Nach den Sandbänken führt der Weg dann hoch Richtung “Angleralm und Huberalm”. Auch hier begegnen uns nur wenige Wanderer, die meiste Zeit sind wir für uns alleine. Ich merke nun langsam, dass mir der Weg bergauf wieder ein bisschen zusetzt und wir machen eine kleine Pause. Hier können wir dann erst einmal die traumhafte Aussicht auf die Loferer Steinberge und Steinplatte genießen.  Nach einer kurzen Rast & einem leckeren Tiroler Apfel geht es weiter Richtung “Obingalm und Adlerspoint”. Hier kann man auch noch einen Abstecher zum Baumooskugel – der höchsten Erhebung am Kalkstein – machen, doch diese haben wir leider weglassen müssen, da ich langsam aber sicher Probleme mit meinen Füßen bekam. Und so machten wir uns schnell auf den Weg Richtung Etappenende. Der Abstieg geht über einen schönen Waldpfad und grüne Almwiesen und wir kommen unserem Ziel St. Johann immer näher. Nach einer zähen Forststraße kommen wir dann langsam dem Hotel entgegen und sind letztendlich sehr froh darüber zu duschen und unsere Füße hochlegen zu können!

ETAPPE 5 DES KOASA TRAILS

Hui, der letzte Tag ist wirklich schon angebrochen? Das ging dann doch viel schneller, als ich gedacht hätte. Zwar freue ich mich darüber, dass wir schon so viel geschafft haben, doch ein bisschen Wehmut schleicht sich nun auch ein, denn morgen geht es schon wieder nach Hause.  Doch jetzt wandern wir erst einmal los, denn die letzten Stunden wollen noch voll ausgekostet werden!

DAS HIGHLIGHT DER ETAPPE – EIFERSBACHER WASSERFALL

Mit einigen Blasen an den Füßen beginnt die letzte Etappe des Koasa Trails für uns wieder mit einem Anstieg. Die heutige Etappe startet an der Bushaltestelle Eichenhof im St. Johanner Winkl und führt uns sehr schnell über eine Wiese in einen Wald hinein. Zwar ist der Anstieg relativ gering, doch ich merke jeden Schritt. Doch die Sonne scheint und die Vorfreude auf den Eifersbacher Wasserfall lässt mich schneller gehen. Und dann hören wir auch schon das laute Plätschern und Rauschen des Wasserfalls und befinden uns in der Schlucht. Hier gelangt man über Stege, Brücken und Stufen zum Wasserfall und kann sich dort wieder einen Stempel abholen und im Gästebuch verewigen, was ich auch zugleich mache.

Weiter geht es in Richtung Kröpfl- und Harschbichlalm. Und hier kann ich nicht mehr sagen als, dass mich der Anstieg viel Nerven und Schweiß gekostet hat. Doch irgendwann stehen wir vor der Harschbichlalm, machen eine Rast und schauen von unten den Wanderern zu, die das Kitzbüheler Horn gerade erklimmen. Auf das Horn kann man noch einen Abstecher machen, wenn man will. Dafür muss man ungefähr 1,5-2 Stunden einplanen. Heute ist strahlend schönes Wetter, die Sonne scheint mit unseren Augen um die Wette, als wir die unfassbar schöne Aussicht bewundern.

Und dann beginnt auch schon der letzte Teil unserer Wanderung und ich merke, dass mir die Berge und die fantastischen Naturschätze jeden Tag fehlen werden. Doch auf dem Weg nach Oberndorf zeigt sich die Landschaft noch einmal von ihrer besten Seite und wir genießen jeden Augenblick. Vorbei an der Stanglalm führt uns der Weg erneut auf einen Forstweg und wir wandern durch den ruhigen Wald. Dann zweigt der Weg ab zur Müllneralm, in der man auch einkehren kann. Doch wir haben schon gegessen und gehen somit weiter bergab. Und schon bald sind wir an der Talstation der Bauernalmbahn und somit am Ende unserer Tour. Am Ende des wunderbaren Koasa Trails.

WIE (EMP)FAND ICH DEN WEG?

Puh, wenn ich aus dem Bauch heraus antworten müsste, würde ich sagen: wunderschön & anstrengend. Das fasst es für mich ganz gut zusammen! Manche Etappen beziehungsweise manche Stellen in den Etappen waren für mich oft doch relativ schwer machbar und ich bin körperlich an meine Grenzen gekommen. Schaffen kann man den Weg auf jeden Fall, doch man sollte definitiv sportlich sein und eine gute Kondition mitbringen! Der Weg an sich ist einfach traumhaft und führt wirklich an den schönsten Naturschauplätzen der Region St. Johann vorbei. Ich habe so viele Eindrücke von der Reise mitgenommen und verarbeite noch die ganzen wunderbaren Bilder, die in meinem Kopf herumschwirren. Ich habe schon ein Tag nachdem wir wieder Zuhause sind gemerkt, dass es mir wieder in den Füßen juckt und ich sehr gerne mehr wandern will! Und ich habe auch beschlossen meinen Blog mehr auf die Richtung Outdoor & Wandern auszulegen. Außerdem sind schon weitere Weitwanderwege in Planung, doch bis dahin steht erst einmal viel Trainieren auf dem Plan. Denn….

FÜR WEN IST DER WEG GEEIGNET?

… wie ich schon des Öfteren geschrieben habe, ist der Weg vor allem an ausdauernde und geübte Bergwanderer ausgerichtet (was ich gerne noch werden würde). Wünschenswert wäre auch eine passende Ausrüstung und alpine Erfahrung. Mit Turnschuhen solltest du auch definitiv nicht auf dem Berg “herumhopsen”, denn Trittsicherheit ist in vielen Streckenteilen gefragt. Der gesamte Weg entspricht einem mittelschweren roten Bergweg, das heißt die Wege sind teilweise sehr steil und sehr schmal.

Doch wer eine gewisse Kondition besitzt und wen Höhenmeter beim Wandern nicht abschrecken, ist hier genau an der richtigen Adresse! Der Weg ist landschaftlich ein Traum und es macht Spaß ihn zu gehen. Hier wandert man weit entfernt von Massentourismus in einer beinahe unberührten Natur.

Also worauf wartest du noch? Schnür deine Wanderschuhe und los geht’s!

Hej, ich bin Sophia! Was ich besonders mag: (Weit)wanderungen, veganes Essen, Schnee, Bayern, Musik, Fotografie, Serien, Regensburg.

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